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Scheitel, und ſtellte ſich, als bete er. Die Gläubigen beteten mit ihm. Die Lauen, die umherſchauten, gewahr⸗ ten mit Schrecken vor ſich den großen Lindenbaum, woran die zerſchoſſenen Leichname der erſten Widerſpenſtigen hin⸗ gen; und ſie zitterten und ſchwiegen vor dem gräulichen Exempel.
Bockelſon richtete ſich nun erheitert auf und ſprach: „Ihr Aelteſte, und Du, mein Volk, hört eures Propheten wabrhaftiges Wort. Ich habe gewußt, daß Matthieſen des Todes ſterben würde. Da ich— vor einer Woche geſchah es— im Gebet, und das Geſetz des Herrn er⸗ wägend, entſchlafen war, zeigte ſich mir im Traume das blutige Bild des Matthieſen, dem die Eingeweide aus dem Leibe hingen. Eine Stimme vom Himmel rief mir aber zu:„Er iſt dem Gerichte verfallen; Du ſollt ſein Nachfolger ſeyn und nicht wanken im Guten— Mat⸗ thieſens Gewalt und ſeine Wittib ſollen auf Dich über⸗ gehen.“
Bei dieſer ſo nagelnenuen Kunde erhob ſich im Volke verwirrtes Gemurmel, das der Prophet alsbald unter⸗ brach:„Knipperdolling, mein Bruder, willſt Du ein Zeug⸗ niß für mich geben? Hab' ich Dir nicht den Traum des Herrn erzählt, da er kaum entſchwunden 26
Knipperdolling, etwas ſanmſelig, nickte mit einem kurzen:„Ja, ſo iſt's!“— Aber Krechting, der ungeſtüme Pfarrer von Gildehuus, rief in die Runde:„Bei meinem und Knipperdollings Haupte, der Prophet ſagt nur Wahr⸗ heit. Knipperdolling ſelbſt hat mir den Traum wieder⸗ erzählt.“
Das Gemurmel ſchwieg vollends, da Jan den Knip⸗ perdolling herbeiwinkte, und ihm vor allen Leuten ſein breites Nachrichterſchwert überreichte, mit den Wor⸗ ten:„Das Hohe wird erniedrigt, der ehemalige Bürger⸗ meiſter ſey zum Schwertfüͤhrer ernannt. Aber in Dir ſey das verachtete Handwerk erhöht, denn Du haſt die


