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Zeltſpitzen hervorragen; aber die Meißner lagen dem kecken Propheten viel näber, denn auf einmal ſtürmte aus den Trümmern der Mühlen ein ſtarker Hinterhalt hervor, an ſeiner Spitze der gefürchtete Feldhauptmann Albrecht Beltz, der noch nie einem Ketzer Gnade gegeben, und am Wür⸗ gen im Gefecht, Sturm und Ueberfall die größte Freude hatte.
„Halt! wohin? Ihr ſeyd des Todes!“ ſchrie er die Wiedertäufer an, und packte Matthieſen bei'm Barte. „Verrathen! verrathen! Vater, hilf!“ entgegnete Mat⸗ thieſen überlaut, und wehrte ſich mit voller Mannskraft gegen den Hauptmann. Aber ſein ungehenrer Spieß half nicht gegen den Feind, der ihn unterlaufen hatte, und bald ſtürzte der Prophet zu Boden. Die Seinigen ſie⸗ len indeſſen zu gleicher Zeit unter den Streichen der Meißner, oder wendeten ſich zur Flucht. Sie gelang nur Einem, der, weil das Thor verſchloſſen blieb, in den Gräben eine kümmerliche Sicherung fand. Die Uebrigen ſtarben als Opfer ihrer Schwärmerei, und Matthieſen theilte ihr Schickſal.— Obgleich er die Hände rang, obgleich er mit dem Zorne des himmliſchen Vaters drohte, mußte er ſein Leben laſſen.„Geh' hin zum Vater, Sa⸗ tanas!“ höhnte ein Meißner und hieb ihn in den Kopf. „Mich gelüſtet wider Dein Fleiſch!“ ſpottete ein Anderer, und durchbohrte ihn mit der Lanze.— Weil ſie wuß⸗ ten, daß der Gefallene einer der Propheten von Münſter, zerriſſen ſie ihn in Stücken, und in der darauf folgenden Nacht machten ſich einige Wagehälſe von Soldaten die grauſame Luſt, die zerfleiſchten Glieder des betrogenen Betrügers an das Lüdgerthor zu heften.
Die von Münſter ſahen nur allzugut das traurige Ende deſſen, der ein Gideon zu werden verſprochen hatte, mit an. Das Mitleid wollte einen Augenblick die Ober⸗ hand gewinnen; Matthieſen und die mit ihm geſchlach⸗ teten Männer aus der Stadt wurden beklagt; und nicht


