Eilftes Kapitel. Hinterliſtiger Krieg und fauler Friede.
Die zu Telgte verſammelten Domkapitularen und Herren von der Ritterſchaft hatten nicht unbedingt der Ehrlichkeit der Bürgerſchaft von Münſter vertraut. Der Wollbeckiſche Oberamtmann, Theodor von Merfeld, war mit der Obhut des Städtleins Telgte und mit dem Schutz der Verſammlung beauftragt worden. Das Still⸗ ſchweigen der Münſterer, das Ausbleiben des Boten der Stände waren ganz geeignet, Mißtrauen einzuflößen, und einer dringenden Ahnung folgend, hatte der Biſchof ſelbſt, gleich nach der Mittagstafel des Chriſttags, Telgte verlaſſen, um ſich nach ſeinem feſten Schloſſe Iburg zu verfügen.
Der Droſt von Merfeld, beruhigt durch die Entfer⸗ nung ſeines Herrn, begnügte ſich, bei anbrechender Nacht einen Reiterzug auf die Straße gen Münſter zu entſen⸗ den, mit dem Befehle, die Gegend auszukundſchaften, und die kleine Brücke über die Werſe abzuwerfen.
Die Reiſigen, unter dem Befehle eines jungen Fähnd⸗ richs, rückten bis zur bezeichneten Stelle unter'm hell⸗ leuchtenden Sternenhimmel vor, und rißen einige Balken von der Brücke los, vermeinend, hiemit einem möglichen


