Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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werde ich noch ein Conterfei liefern, und ſelbiges will ich ſelbſt in Holz ſchneiden, in Kupfer ätzen, und an alles Volk im Münſterbisthum verkaufen.

Welches denn, mein Vater?

Des Biſchofs Bildniß, Engelein. Morgen früh wer⸗ den ſie ihn bringen, den guten Herrn, denn ſie holen ihn heute Nacht aus dem Bette. Da wirſt Du ſehen, wie ein Tyrann ausſchaut. Weißt Du noch? die gräulichen Königsbilder, die ich Dir im Tower zu London gezeigt? Sang-Dieu! Kleinigkeit gegen dieſen. Den male ich in einem Kranz von Feſſeln und einen Teufel neben ihm, der ihm die Inful aufſetzt. Sie werden ſich in allen deutſchen Landen um das Bild reißen, und den ganzen reichen Ertrag des Verkaufs beſtimme ich dann zu Deiner Ausſtener.

Bewahren mich alle Heiligen vor ſolchem Unglücks⸗ gelde! Nein, Vater, ich hätte mir nicht eingebildet, daß ihr alſo reden und denken würdet von einem Fuͤrſten der Kirche, von einem Herrn, der Eure Kunſt erkennen, bewundern und reichlich belohnen würde. Habt Ihr nicht lange aus dem Schatz des Domkapitels geſchöpft, für Eure ſchönen Bilder, während kaum von Jahr zu Jahr Einer aus der Stadt Euch etwas zu verdienen gab2 Das iſt Undank, was Ihr da redet, lieber Vater.

Der Maler zog ein recht händelluſtiges Geſicht, aber der ſchlaffe Zug der Furchtſamkeit um den Mund verrieth den Haſen, der ſich vergeblich in das Fell des kriegeriſchen Luchſes verkleidet.Angela! Angela! rief Lüdger, den Finger zur Drohung erhebend,Du ſchulmeiſterſt ſchon wieder Deinen verſtändigen Vater? Denn verſtändig iſt und bleibt er, pardieu, wenn auch ſeine Leidenſchaftlich⸗ keit manchmal ſeine Zunge fortreißt. Nun, blicke nur nicht ſo ernſthaft, Engelein. Ich hab's wahrlich nicht halb ſo böſe gemeint, als etwa meine Rede klang. Ich habe immer den Papſt und die hohe Cleriſei geliebt und