Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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ganz neue Religion, das Beſte von allen Religionen zu⸗ ſammengenommen, eine neue Regierung und endlich gleich⸗ mäßige Vertheilung aller Güter, das thut Noth, und das will die Zeit, und Sang-Dieu, die wird's durchſetzen.

Angela, wiewohl erſchreckend, ſchwien. Sie hielt ih⸗ ren Vater für einen von Wein oder Ehrgeiz Beranſch⸗ ten. Er fuhr indeſſen begeiſtert, aber völlig nüchtern, fort:

Erinnerſt Du Dich deſſen, was Rynald ſagte? Der iſt ein ganzer Mann, Engelein; der hat den Nagel auf den Kopf getroffen; der wird ſich zu einem ungehenern Gluͤck aufſchwingen.

Er liegt zu Nymwegen in Feſſeln, antwortete An⸗ gela verdroſſen.

Liegt er? Hat nichts auf ſich, Mädchen, gar nichts. Und wenn ſie ihm den Kopf vor die Füße legten, ſo hätte es wieder nichts zu bedeuten. Der böhmiſche Pfaff.. ſein Name entfiel mir iſt auch verbrannt worden, aber nachher ging der Teufel erſt recht los, Goddamm. Hätt' ich dem Rynald nur dazumal gefolgt! aber das Töchterlein ſträubte ſich ja dagegen. Zu des Probſten Feſttag ſollt' ich hier ſeyn, nicht wahr? Und da wir kamen, juſt am Vorabend war der Herr Probſt ſammt den Domherren ausgeriſſen, davongelaufen. Was hatt' ich davvn? Keine Arbeit. Wäre ich in Holland geblie⸗ ben, hätte die Käſehändler abkonterfeit, mir wäre beſ⸗ ſer. Sogar den herrlichen Schneiderkopf mußte ich im Stiche laſſen, parbleu! und ſeit der Zeit ſind wir den Krebsgang gegangen. Weißt Du etwas Neues? Alle Bilder in den Kirchen werden abkommen;'s iſt Götzen⸗ dienſt, Unſinn, Raſerei. Die Maler werden ſich mit an⸗ deren Dingen, als mit ihren Pinſeln und Farben abge⸗ ben müſſen. Ich werde nun meinen Antheil an der Regierung bekommen, und das iſt mir recht. Aber zuvor