Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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und ſchwieg plöhlich, als hätte ſie ihr eigen Herz ver⸗ rathen.

Trocken antwortete die Harderwyk:Nein, ich habe nur einmal von Liebe geträumt; aber.. es war eben nur ein Traum. Sieh, da biſt Du zu Hanſe, mein Kind. Beſuche mich doch einmal. Fürchte Dich nicht vor meinem Manne. Du findeſt mich immer allein, wenn Du nach der erſten Abendglocke kommen willſt. Dann ſitzt mein Unhold auf ſeiner Zunft bei Würfelſpiel und Becher, und kehrt ſelten vor Mitternacht wieder heim. Ein fröhlich Leben für ihn und mich. Nicht wahr, meine Seele 2« Mit ergrimmtem Lachen ſchied Eliſabeth von ihrer jungen Freundin, und dieſe ſtieg gedankenvoll die hallende Steintreppe hinan, die zu ihrer Wohnung führte.

Meiſter Lüdger ging völlig angekleidet und prahleriſch ausſchreitend in der Stube hin und her. Mit gezwun⸗ gener Wichtigkeit rief er der Tochter zu:Aha! endlich wieder zu Hanſe? Der Schmaus hat lange gedauert, morbleu! Der arme Vater ſitzt daheim, ſeinen Sorgen und Befürchtungen preisgegeben, und das Töchterlein läßt ſich's wohl ſeyn, bei Kuchen und ſüßem Wein, in from⸗ mer Betſchweſtern Geſellſchaft.

Liebſter Vater, hättet Ihr's nicht erlaubt, ich wäre nicht hingegangen; oder hätte Euch beliebt, ſelbſt dort zu erſcheinen, ſo würdet Ihr mit Frenden als ein will⸗ kommener Gaſt empfangen worden ſeyn.

Willkommen? Daß Gott erbarm! Die reiche Groß⸗ mutter kann mich nicht leiden, weil ich nicht ſo viel ver⸗ mag, als ſie bereits beſitzt. Willkommen? Goddamm! Mit all dem Reichthum und der Betſchweſterei wird's ein End mit Schrecken nehmen. Das Alles muß auf⸗ hören.

Aufhören?Wie ich Dir ſage. Die Zeit iſt da. Du wirſt noch viel erleben, Engelein. Ich hab's erſt heute wieder aus ſicherer Quelle geſchöpft. Eine