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ſch ihn als einen renigen, gebeſſerten Suüͤnder vor mir ſäbe!“ rief der Cuſtos mit ticfempfundener Wehmuth, ſeine Arme erhebend:„Wenn er wieder kame, der verlo⸗ rene Sohn, ich wollte nicht hartherziger ſeyn, als der gute Vater im Evangeliv. Ich wollte meinen Rynald bekleiden mit einem Ehrenrocke, und mit ihm theilen, was ich habe und was ich von Andern erbetteln würde!“
„Amen! Gott gebe es!“ ſagten die Weiber laut, wie im Gebete. Hilla ſprach indeſſen vor ſich hin:„Wer dem Lichte anhängt, wird vom Herrn beſchutzt werden ohne menſchlich Zuthun.“— Eliſabeth ſprang aber hef⸗ lig auf, und fragte:„Wo iſt Angela hingekommen? Wo biſt Du, mein lieb Kind?“
Worauf die Stahlhoven, die herbeikam:„Sie liegt draußen im offenen Fenſter. Eine ſeltſame Laune, in die kalte Winternacht hinauszuſterren!“
„Was thuſt Du hier, meine Tanbe?“ fragte Eliſabeth wieder mit aller Herzensgüte, zu Angela eilend und ſie umſchlingend.
Ehe dieſe antworten konnte oder wollte, drängten ſich ſchon alle Frauen nach dem Erker und dem Fenſter nebendran, denn es begab ſich Ungewöhuliches auf der Straße. Sie war hell erleuchtet, von Augenblick zu Augenblick mehrten ſich auf das Gebot der umherſchreien⸗ den Stadtknechte die Lichter an den Fenſtern der Häuſer. Laternen und Pechkränze wurden auf Pfähle geſteckt. Die Rathsdiener und Boten des Magiſtrats, das ſilberne Stadtwappen auf der Bruſt und ein Band von ſilbernen Buckeln um den Arm, klopften von Haus zu Haus die Bürger heraus, die, ſchon benachrichtigt und gerüſtet, mit Feuergewehren, Hellebarten und Mordbeilen bewaffuet, zuſammenliefen. Einige Haufen gemeinen Volkes rottir⸗ ten ſich, mit Aexten und Hebebäumen verſehen. Der Schaarwachmeiſter nebſt ſeinen berittenen Gehülfen ſprengte ordnend umher; die Soldner der Stadt rückten in einzel⸗


