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Uebereilung von mir, doppelt unrecht von einem Prieſter. Indeſſen, der Brauſekopf lief in die Welt hinaus, ſeinen Grillen und Geſpenſtern nach. Er ſey in England und in Holland geweſen, hörte ich.
„Ganz recht,“ ſchaltete die Roſenwirthin ein,„meine Enkelin hat ihn dort geſehen. Nicht wahr, Angela 2“ Eliſabeth betrachtete mit feſtem Blicke ihre junge Nach⸗ barin, die nicht ein Wörtlein ſagte, ſondern ſich begnügte, niedergeſchlagenen Auges mit dem Kopfe zu nicken.
„Nachher verlor ich lange die Spur von dem thörich⸗ ten Jungen. Endlich vor Kurzem ſchrieb mir ein geiſt⸗ licher Freund von Nymwegen, daß Rynald daſelbſt ange⸗ kommen. Aber in welchem Zuſtande, mit welchen Genoſ⸗ ſen? Folgend einer Schaar wilder Schwärmer, den längſt verſchollenen Geißlern zu vergleichen, die, das Evangelium in der einen, das Mordſchwert in der andern Hand, über unſer armes Land herzufallen beſchloſſen hatten. Ihr habt gehört, daß der Statthalter des Kaiſers in den
Niederlanden, Herr Georg von Teutenburg, einen Schwarm von ſolchen Heuſchrecken, beſtehend aus Unchriſten und Wiedertäufern, gezwungen, wieder in die Heimath zuruck⸗ zuwandern: daß er die Rädelsführer zum Theil bei'm Kopfe nahm, zum Theil als Verſprengte verfolgte. Ei⸗ nige der Gefangenen mußten, wie ich höre, mit dem Leben büßen„„„
„Heiland der Welt!“ fuhr Eliſabeth ängſtlich auf.
„Die übrigen ſchmachten in dunkeln Kerkern. Rynald alſo liegt in Feſſeln zu Nymwegen, und der Himmel weiß, welch ein Schickſal ihm beſchieden.“
Der alte Mann bedeckte ſich wehmüthig die Augen mit den Händen. Eliſabeth athmete dagegen wieder leich⸗ rer. Angela eilte, ihrer Thränen nicht mehr Herr, in's Vorgemach an's Fenſter. Die anderen Weiber redeten eifris durch einander.
„Dieſe meine zitternden Hände gäbe ich darum, wenn


