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er ohne meine blinde Wohlthat vielleicht verblieben wäre, der Menſchheit unſchädlich!“
„Ihr macht Euch ungerechte Vorwürfe,“ troſtete ihn die Wernecke.„Es iſt göttliche Schickung geweſen, und nicht Euere Schuld. Zählt doch der Herr alle Haare auf unſerem Haupte! Er weiß, wer gerecht, und wer böſe. Seine Strafe wird nicht ausbleiben.“
„Gebt Acht, gebt Acht,“ rief der Geiſtliche,„wir werden aus einem Meere von Blut und Jammer zu ſei⸗ ner Gerechtigkeit emporſchreien. Die Würfel liegen zum teufliſchen Spiele. Es wird ausgeſpielt werden.“
Meta hob an mit unglückſchwangerem Tone— ihr war das heranfluthende Elend eine Freude—:„Ja wohl, ja wohl, ſo wird's kommen. Und der hochwürdige Herr hat bei alledem eine unglückliche Hand mit ſeinen Pflegeſoͤh⸗ nen. Vorerſt der Rottmann, dann der Rynald.4
Angela's Geſicht färbte ſich blutroth, ſie rückte ihren Stuhl in den Schatten. Sibing erwiederte der hämiſchen Mahnerin:„Es ſcheint wohl nicht anders mit dem Ry⸗ nald. Dennoch halte ich ihn für ein verleitetes Schaf, während Rottmann ein reißender Wolf geworden. Ry⸗ nalds Irrthümer werden wohl noch einſt geläutert wer⸗ den, da das Unglück übernahm, ſchon jetzo ſein Lehrmei⸗ ſter zu ſeyn.“
„Wie das? Was hört man von ihm?“ fragten die Roſenwirthin und die Dreyer lebhaft.
„Schade um ihn; ich hatte den muntern Buben im⸗ mer lieb,“ meinte die Tuneckens.
„Auch ich,“ ſeufzte Eliſabeth leiſe vor ſich hin in die weißen Hände.— Angela hörte es nicht, denn ſie bückte ſich gegen die Erde, um ihre wachſende Verlegen⸗ heit zu verbergen.
Der Cuſtos nahm das Wort:„Ich hatte ihm, wie bekannt, ſein Erbe übermacht, mit dem Bedeuten, mir nicht mehr vor die Augen zu kommen. Das war eine


