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Cleriſei des Doms, der noch einzig und allein von den Eingriffen der lutheriſchen Parthei verſchont geblieben, fürchtet jetzo das Aergſte, und hat ſich innerhalb der Ringmauern des Domplatzes, in ihren Häuſern verram⸗ melt. Ich konnte dort keinen Eintritt gewinnen, und habe mich alſo hieher begeben, um in dieſem Hauſe eine Freiſtatt für die böſe Nacht zu finden.“
„Entſetzlich! mörderiſch!“ jammerten die Weiber.
Der Cuſtos fuhr fort:„Welch ein Schauſpiel wurde mir, als ich mich dieſer Herberge näherte? Alle Rädels⸗ führer unſerer Wirrniſſe ſtehen in den Gaſſen vertheilt, Fackeln und Pechpfannen werden entzündet, der wilde Knipperdolling, der ungeſtüme Kerkering, Tylan, der ein⸗ äugige Rieſe, Nochleus, der gefährliche Schütze, laufen hin und wieder. Rottmann, an der Spitze ſeines Troſ⸗ ſes, predigt auf dem Markt den Mordzug als ein ver⸗ dienſtlich Werk. Ein Haufe von Wüthenden, der meine prieſterliche Tracht beim Fackelſchein erkannte, fiel mich an mit Beleidigungen und gräßlicher Drohung. In die⸗ ſem Hauſe ſelbſt, unter unſern Füßen läſtert in voller Wehr und Waffe, bei'm Zechgelage, der blutdürſtige Metz⸗ ger Moderſon unſeren Biſchof und ſchwört ihm und al⸗ ler Pfaffheit den Tod! Was wird aus dieſen Gräueln noch erwachſen? Das Herz möchte mir zerſpringen vor ohnmächtiger Angſt.“
Die Weiber theilten mit lauten Klagen des Prieſters Beſorgniſſe. Knipperdollings Gattin eilte ſchnell mit ihrer Tochter nach Hauſe. Die harmloſe Freude des kleinen Feſtes war unwiederbringlich geſtört. Außer ſich ſeufzte Sibing:„Und ſie liegen harmlos auf ihrem Lager zu Telgte, und ahnen nicht den Mord, die Feſſeln, die ſich ihnen nahen! Wenn ich eine Taube verſenden könnte, ihnen die Botſchaft zu bringen! Aber vergebens, ich bin's, der den wilden Drachen eutfeſſelte, der den verwor⸗ fenen abtrünnigen Rottmann aus dem Staube hob, wo


