Teil eines Werkes 
52. Band, Der König von Zion : romantisches Gemälde aus dem sechszehten Jahrhundert : 2. Band (1840)
Entstehung
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heiteren Sinnes mich rühmen, denn mir iſt ſchon lange die Bruſt von Seufzern geſchwollen, und ich trage bereits in der Ahnung die blutige Bürde der Zukuuft, aber. ich bin auch nicht unſchuldig, denu ich, ich habe die Schlange groß gezogen, deren Stachel uns vergiftet. Nach einer Pauſe, in welcher kein Athemzug gehört wurde, fuhr der Cuſtos forr:Vernehmt, was mir be⸗ gegnet. Ich hatte einigen Gläubigen in aller Stille den Leib des Herrn gebracht, und wurde vor das Thor ge⸗ rufen, zu einem Kranken, der nach mir ſich ſehnte. Die Wohnung deſſelben iſt bei den Windmühlen vor dem Lüd⸗ gerthore, und weil es ſchon anfing, zu dämmern, ſo eilte ich, meinen Weg anzutreten, um ſodann bei guter Zeit an dem Servatiusthore vorüber in mein Stift heimzukeh⸗ ren. Wie groß war jedoch nicht mein Erſtaunen, als ich das Thor mit doppelten Wachen beſetzt und bereits ver⸗ ſchloſſen fand. Alles Zureden half bei den wilden Sold⸗ knechten des Hauptmanns Kilian nicht das Geringſte. Es ſey Befehl von Rath und Zünften, ſagten ſie, daß Nie⸗ mand, wer es auch ſey, die Stadt verlaſſe. Auf meine Frage, warum der außerordentliche Befehl gegeben wor⸗ den, wurde mir nur Hohngelächter zur Antwort. Den⸗ ſelben Beſcheid erhielt ich an den Thoren des heiligen Servatius und an der Moritzpforte. Beſtürzt ging ich in das Innere der Stadt zurück. Da begegnete mir Herr Caspar Judefeld, und vertraute mir in Kürze, daß heute ein Bote von Telgte mit einem Schreiben der Stände an den Magiſtrat und die Gildemeiſter gekom⸗ men ſey, daß man deuſelben widerrechtlich aufgehalten und einen gewaffneten Zug nach Telgte beſchloſſen habe, um den Biſchof ſammt den Erſten des Kapitels und der Rir⸗ terſchaft zu fangen, damit die böſen Händel auf dieſe Weiſe ihr Ziel erreichen möchten. Raſerei auf der Seite der Rebellen, Angſt und Schrecken auf Seiten der Gut⸗ geſinnten offenbaren ſich durch die ganze Stadt. Die