18 melſchreiend, und der Rottmann ſammt ſeiner Höllenrotte zieht umher, ſuchend, wen er verſchlinge und zu ſeinem gottloſen Abendmahl verführen möge. Denkt euch, er theilt Brocken von Waizenbrod als Hoſtien aus, und gibt den Kelch darnach, ſo voll mit Wein als Einer nur will 1«
Die Dreier rief:„In ſeinem weiten Aermel ſchleppt er die Brode mit ſich. Darum heißen ihn die Buben in der ganzen Stadt nur den Stuten⸗Berendt!“*)
Hilla ausgenommen, lachten Alle herzlich. Knipper⸗ dollings Fran ſogar erheiterte ſich bei den abenteuerli⸗ chen Erzählungen, die nun folgten; wie Rottmann es manchmal noch kürzer mit dem Abendmahle haite, und eine Schüſſel voll Brodbrocken nur mit Wein übergieße, und alsdann ein Jeder nach Belieben zulange; wie er allnächt⸗ lich ſchwelge und mit ſeinen Kanzelgenoſſen die geweihte Hoſtie verunehre; und was der Mährchen fernere ſind, die der Haß erzeugt und verbreitet.
„Wißt ihr,“ nahm Meta gellend das Wort,„daß der Syndikus Viger geſtorben iſt?“—„Ah! geſtorben 26 ſchrieen die Meiſten auf.
»Er iſt mauſetodt; in Ems liegt er begraben,“ fuhr Meta fort:„Man munkelt viel. Er ſoll im Bade er⸗ ſtickt ſeyn 4
„Glaublich. Es hat ihn ja ſchon einmal in ſeinem Garten die Hand Gottes berührt, und deshalb war er zur Herbſtzeit nach dem Bade gefahren,“ ſchaltete die Wernecke ein.
„Er hat ſein Weib mit einem Buhlen überraſcht, und es hieß, der Rottmann ſey es geweſen,“ erzählte die Tuneckens.
„Der gottesfürchtige Mann!“ ſpottete Meta.„Nun, das ſtimmt zum Anderen. Man ſagt, die Frau habe dem armen gebrechlichen Syndikus den Kopf unter's Waſ⸗ ſer geſtoßen, und ihn alſo im Bade erſäuft.“
*) Stute, Semmel.


