gelauſcht hatten, verklärten nun ihr Antlitz zum Lächel⸗ Zufriedenheit, und beeiferten ſich um die Wette, dem Juden, dem die innere Gemüthsbewegung auf dem unſchönen Ge⸗ ſichte ſtand, die redlich verdiente Dankbarkeit durch Wort und Handſchlag zu beweiſen. Sogar Ammon, der an der Thüre lauſchte, fühlte ſich davon ergriffen, ſpürte eine Thräne in ſeinem Auge, und hätte es nicht über ſich gewinnen kön⸗ nen, dieſes Feſt der Herzen durch die Kunde ſeiner That zu ſtören.„Gott ſegne meine Edelfrau!“ ſprach er in ſich hin⸗ ein:„Sie und ihre Tochter ſind ſo ſelig, wie faſt nie. Darum ſollen ſie auch nie erfahren, daß ihr Vater und Gatte blutig gerächt wurde. Weiß ich's doch, und war doch die That gerecht.“— Plötzlich ſchoß der Diener Eitel an ihm vorüber, riß die Thüre auf und rief freudig:„Der
Herr kehrt heim! Der gute Herr! welche Freude wird das⸗
ſeyn!“— Dem Ankommenden ſtrömte Alles entgegen, und alle Zungen ſprachen zu ihm, und alle Augen ſtrahlten ihm Freude zu, und alle Hände legten dem von Luſt und Ueber⸗ raſchung Trunknen ſeinen Knaben, ſeinen Sohn in die zit⸗ ternden Vaterarme.„Vater! Vater! biſt Du's, und kennſt Du das liebe Junkerlein aus Frankfurt noch?“ fragte der wahre Johannes in ſeiner kindiſchen, ausgelaſſenen Wonne: „Gelt! ich hab Euch wiedergefunden, ihr meine Aeltern? Gelt, ich bin geſund heimgekommen, und ich darf jetzt bei Euch bleiben? Ich muß nicht wieder zu Willhild auf das Dorf, wo man die ſchlafenden Kindlein ſtiehlt?“—„Nein, nein!“ betheuerte der begeiſterte Greis:„Nicht mehr aus dieſem Hauſe, nicht mehr aus dieſen Armen!“— Indem nun Diether, vorſchreitend, den um ihn geſammelten Kreis durchbrach, und vergebend und vergeſſend dem Schultheiß
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