Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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man ſie geſperrt, nicht entwiſchen, als in den letzten Augen⸗ blicken vor der beſtimmten Stunde des Verbrechens, wo es ihr gelungen war, ihre Stimme andern vernehmbar zu ma⸗ chen. Die Tücke ihrer Gegnerin, einer Kloſterfrau, leider dieſem Hauſe befreundet, kam ſchnell an den Tag. Die Oberin ließ die Strenge walten, und hat die Unverbeſſer⸗ liche zu ewiger Clauſur verdammt. Für die Welt, der ſie nur ſchaden wollte, iſt ſie verloren. Indeſſen rief Ju⸗ dith, die wackre Magd, mich und die Bürgermeiſter aus dem Schlummer; mit uns die Stadt. Gott hat gnädig den Schild vor uns gehalten. Viele verdächtige Geſellen fielen in unſere Hände. Ein Schiff, angefüllt mit andern, entkam auf dem Strome. Einen abſcheulichen Rädelsführer hat die Vehme gerichtet; einen andern, bis zur Unkenntlich⸗ keit von Roſſen und Menſchen zerſtampften Leichnam fand man auf der Straße. Mit der größten Wachſamkeit konnte man dennoch nicht verhüten, daß ein Haus, von Meßfremden größtentheils bewohnt, von dem mord- und raubluſtigen Geſindel mit Feuer angeſtoßen wurde. Dort, begriffen zu löſchen, zu retten und zu ſchirmen, befindet ſich Euer Ge⸗ mahl, ehrbare Frau. Bald wird er heimkehren, ſeine Bür⸗ gerkrone Euch zu Füßen zu legen, um ſich mit den Freuden des Wiederſehens ſeines Sohns zu bekränzen. Glück auf! aber auch Dank dem Biedermanne, der alſo ſein Unrecht gut ge⸗ macht, und vergeſſen an der Thüre ſteht, wie ein Fremder. Komm näher, David, den ich wohl erkenne! fürchte nichts! Der Bann ſoll von Dir genommen werden, und dieß bewir⸗ kend, will ich beweiſen, daß ich's fürder redlich meine mit dieſem Hauſe und ſeinem Frieden. Die Zuhörer, die bisher der Rede des Schultheißen mit ängſtlichem Schauer