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geworden,— wäre ich in Verſuchung, Euch um Verzeihung vergangner Unbilden zu bitten, wenn ich wüßte, daß mir dieſe Vergebung nicht entſtehen möchte. Ich war ein Thor⸗ ein böſer Thor; ich habe Euer Unglück für Schuld, Eurer Jugend leichten Sinn für Tugendloſigkeit gehalten;... doch ich bereue, ich ſehe Euch nun rein, wie den Thautropfen im Blumenkelch vor mir; und die heutige Nacht, die durch ihre drohenden Schrecken auf's Neue alle biedern Bürger an einander ſchloß zu gemeinſchaſtlichem Streben, gibt mir den Muth, mit Zuverſicht Euch mein Geſtändniß abzulegen.— Reicht mir die Hand, Dagobert. Vergeßt⸗ und werdet mein Fürſprecher bei Eurer Mutter, bei Eurem Vater, der ſich heute durch ſeinen Eifer, ſeine Thätigkeit meine höchſte Be⸗ wunderung und den Dank der Vaterſtadt errungen.“— Welcher Augenblick wäre zur Verſöhnung geeigneter gewe⸗ ſen? Dagobert reichte fröhlich dem Ritter die Hand, und Frau Margarethe lispelte mit niedergeſchlagenen Augen: „Ich habe Euch nie gezürnt, geſtrenger Herr. Ich beklagte nur Eure Verblendung, und bin erfreut, daß Ihr mir Eure Hochachtung ferner nicht verſagt. Wo iſt aber mein Ehe⸗ herr?“ fragte ſie lebhafter, den Knaben an ſich drückend: „Wo weilt er? Ihr ſpracht von drohenden Gefahren? Sind ſie vorüber, oder?...“—„Vorüber;“ erwiederte der Ritter beruhigend:„vorüber durch die redliche Hochherzigkeit einer ſchlichten Magd, die unter dem härnen Kittel ein Ge⸗ müth voll Adel bürgt. Ohrenzeuge einer Verſchwörung ge⸗ worden, die Leben und Habe aller Bürger,— die Eure vor allen— betraf, wollte ſie, was ſie gehört entdecken. Teuf⸗ liſche Schadenfreude am Böſen trat ihr hinterliſtig in den Weg. Die arme Dirne konnte aus einem Kerker, in den


