Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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Johannes! rief Dagobert entzückt, und eilte nach der Treppe. Da tönte ſchon von unten die Stimme der alten Willhild, 3 die ſchon am Tage verſtohlen in's Haus gekommen war, um bei Frau Margarethen und dem Brautpaar ihren Glückwunſch abzuſtatten. Sie kam dem Sohne Diether's auf der Stiege entgegen, den Knaben ſchon im Arme, den ſie ſo eben beim Pförtner geſehen, ihn küſſend unter Thränen und ihn an's Herz preſſend, wie das eigne Kind:Herr! ſtammelte ſie ſchluchzend, und den Knaben in des Bruders Arme legend: Herr! preißt Gottes Barmherzigkeit. Johannes iſt der Knabe, Sfriſch, geſund und von graden Gliedern iſt er, er hat mich erkannt, er nennt ſeine Eltern, er bringt Freude und Glück in ihr Haus!Und Ruhe, Friedensruhe in meine 1 Bruſt! ſetzte Ben David in ſeliger Zufriedenheit verſtohlen 5 bei, gen Himmel blickend:So hab' ich doch nicht umſonſt gelebt; ſo hab' ich doch nicht gelitten umſonſt. Leid iſt ge⸗ tommen durch mich über dieſes Dach, Freude, Freude führe ich an meiner Hand wieder hinein! Indeſſen hatte Dagobert die Thüre aufgeriſſen, und den Wiedergefundenen im Triumph in das Gemach getragen, auf Frau Margare⸗ thens Schooß.Mutter! Euer Sohn! rief er freude⸗. trunken, und der Knabe, der in ſeinen, des aus ſeinem Ge⸗ dächtniß Verſchwundnen, Armen unruhig und ängſtlich ge⸗ worden war, brach in lauten Jubel aus, da er die Mutter wieder ſah, deren Züge ihm nicht fremd geworden waren. Mutter! Mütterlein! ſchrie er, weinend vor Entzücken: Mütterlein, ich bin wieder da. Johannes, das liebe Jun⸗ kerlein von Frankfurt iſt wieder da. Nicht mehr von Dir laſſe mich, Mütterlein, und dem guten Manne, der mich