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brauchen wollte, um der Allmoſen mehr zu gewinnen für das ſieche Kind. Da aber die Bettelfahrt das Kind geſund gemacht, ſtatt es noch gänzlich aufzureiben, ſo iſt der Knabe bald geworden ein unnützes Eßmaul für die Bettler, und ſie haben ihn in Hungarn verkauft an das Weib, das todt vor mir lag.“—„Ei, Jüngelchen,“ ſprach ich:„weißt Du denn, Du junges Blut, wer ſie ſind Deine Eltern, und wo ſie wohnen?“— Der Knabe lachte, und hat geſagt in ſei⸗ ner halb kauderwälſch gewordenen Sprache:„Freilich weiß ich's, Alter! Heiß ich doch Johannes Froſch, das liebe Jun⸗ kerlein von Frankfurt; denn alſo hat mich die Willhild ge⸗ nannt, alle Tage, da ich bei ihr geweſen bin auf dem Dorfe.“ — Gott! Gott! da wurde mir, als ob die Schechinah des Herrn herunter ſtiege von den Fingern der Cohenim und ſich ſetzte auf meine freudige Bruſt!““—„Menſch!“ fiel Dago⸗ bert ein:„iſt das wieder eine Lüge? oder ſpricht ein gnä⸗ diger Gott Wahrheit aus Deinem Munde?“—„Wahrheit,
Herr, Gott ſoll mir helfen!“ verſetzte der Jude gerührt, mit
Thränen in den Augen, und die Worte ſchnell herausſtoßend „Denn wir ſind gekommen an, und waren bald verzweifelt, weil man uns drüben ſtreng bewacht, daß keiner herüber komme, und ich nicht traute, ob des Bannes, dem Oberſt⸗ richter Alles zu entdecken. Morgen wäre es jedoch geſchehen,... da hat der Herr uns heut befreit. In dem Getümmel und Geſchrei, daß man die Stadt verrathen wolle und anbren⸗ nen, haben wir gewonnen die Flucht, und ſind hierüber ge⸗ kommen ganz und heil; laßt den Buben holen, der beim Pförtner ſitzt,.... laßt ihn holen, Herr, denn bei dem Gotte Iſraels, und bei des Vaters Seele, auf der der Friede ſey; der Knab iſt Euer Bruder, Eures Vaters Sohn!“—


