Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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gehenden Manne, den er für Hornberg hielt, um den Hals

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bewaffnet, um ihre Niederlagen verſammelt; ſtreifende Rotten von Spiesknechten durchflogen die Straßen, aufgreifend Alles, was verdächtig ſchien, und vor dem Römer glimmten die Lunten der Hakenſchützen, kampf⸗ und ſtreitfertig. Noch ſuchte jedoch das Auge der Gewarnten und Gerüſteten ver⸗ gebens den bewehrten Feind. Er hatte die Waffen wegge⸗ worfen und irrte vermummt und verzweifelt über Plätze und Gaſſen, das Dunkel ſuchend, und einen rettenden Ausweg. Dieſer letztere war aber nicht zu finden, und ſo mußten die Verſchwornen ſich begnügen, einen Schlupfwinkel für den ge⸗

fährlichſten Augenblick zu erſpähen. Am Schlimmſten war

daran der von Leuenberg, in deſſen Gehirne noch der Tau⸗ mel des Weins tobte, während ſeine Füſſe Blei waren, und der Hornberger, der mitleidig bei ihm aushielt, alle Mühe hatte, ihn mit Gewalt von der Stelle zu ſchleppen. Zodick's Hinrichtung hatte den fürchterlichſten Eindruck auf ihn ge⸗ macht, und er ſah ſich ſelbſt ſchon unterm Schwert des Nach⸗ richters. So prahlend ſeine Zunge ſonſt geweſen, ſo feige war ſie jetzt, und er hätte ſich zum Mönch ſcheeren laſſen um den Preis ſeiner Rettung. Aber dieſe Rettung war ihm nicht beſchieden. Die ſchwarze Stunde trat auf ſeine Ferſe. Am Ausgang eines Gäßleins warf ſich den Flüchtigen ein Trupp von Fußknechten in den Weg, und trennte ſie. Wäh⸗ rend auf der einen Seite der Hornberger angehalten wurde, und ſeine Kunſt, ſo frech zu lügen, daß man's glauben mußte, in Anwendung brachte, verbarg ſich Leuenberg unter

die Bank eines Eckhauſes, und kroch ſchwerfällig hervor, da

die Söldner weiter gezogen waren. Mit aller Schwere ſeines Körpers und ſeines eiligen Laufs fiel er einem unfern