umher, und ihre Furcht wuchs mit jedem Augenblicke mehr
ſelbſt.—„Gott! hochgelobter Gott!“ ſtöhnte er, auſſer ſich: „Ich bin doch unſchuldig, ihr Männer, ich bin unſchuldig..“— „Du biſt verfehmt,“ erwiederte der Schöppe:„und all iſt zu ſpät. Gott genade Dir.“— Schon ward der Strick um den Haken geſchlungen.— In wüthiger Todesangſt brüllte Zodick;„Ich gehöre nicht vor Euer Gericht. Ich bin ein Jude, des Kaiſers Kammerknecht..“—„Wardſt Du nicht getauft, abtrünniger Hund?“ riefen die Frohnen: „Fahr' hin!“— Der Elende ſchwebte in die Höhe. All' ſeine Glieder ſtrebten an gegen den hart einbrechenden Tod,.. ſeine erſtickende Kehle ſchnappte nach Luft, ſein Mund ver⸗ ſuchte noch den letzten Fluch, aber unter dem dumpfen:„Fahr' hin! Zeter! fahr' hin! genade Dir Gott!“ ſtockte das ver⸗ haßte Leben und der Gräßliche war nicht mehr. Die Froh⸗ nen ſtreckten ihn aus, der Schöppe ſtieß ſein Meſſer in den Thürpfoſten, und alle entfernten ſich eilig durch die verödete Gaſſe,— denn alle Gäſte der Schenke hatten die ſchnellſte Flucht ergriffen vor den Vollſtreckern der gefürchteten heim⸗ lichen Acht. Die zum Mordbrand Verſchwornen, ſammt ih⸗ ren Söldnern und Geſellen, hatten ſich nicht minder von blindem Schreck gejagt, nach allen Seiten hin zerſtreut. Der Unbändigſte und Frechſte aus ihrer Mitte war vom ſchnellen Tod dahingeriſſen worden, den ſeine frevelnde Zunge
gerade herbeigerufen,— und Jeder der Uebrigen war ſich 8 8
mancher ſchweren Schuld geheim bewußt. Die Spannung
der Trunkenheit war gewichen, die Erſchlaffung der Kräfte und die Pein des Gewiſſens war zurückgeblieben. Ohne
ferner an die Verübung des gräßlichen Mordplans zu den⸗ ſen, irrten die Theilnehmer deſſelben in den Gaſſen der Stadt
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