Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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allen Seiten die Augen drehten.Keiner rühre ſich! ſchrie der Erſte von ihnen mit rauher Stimme,und wer ein from⸗ mer Mann iſt, ſitze ſtill! Da ergriff den Zodick eine entſetzliche Angſt. Wild ſprang er auf, ſchlug die Lampe um, und wollte durch die Geheimen durch in's Freie brechen; allein der Schimmer eines Windlichts, das durch die Oeff⸗ nung der Thüre blitzte, blendete ihn, und ein Verhüllter riß ihm indeſſen Kappe, Haarhaube und FPflaſter vom Kopf und Geſicht.Der iſt's! rief er, den Schaudern⸗ den gegen ſeine Begleiter ſtoßend, und dieſe antworteten in tiefem Tone:Bei unſerem Eid! der iſt's!Jehova! Sammael! Chriſtus rette mich! ſchrie der verzweiflungsvolle Jude, da ihm nun eine fürchterliche Ahnung durch's Herz zuckte:Weh mir! helft ihr Freunde! Aber die Freunde blieben ſcheu und unthätig, weder Himmel noch Hölle that zu des Frevlers Gunſten ein Wunder, und der heftige Dolch⸗ ſtoß, den ſeine erprobte Fauſt mit aller Gewalt auf die Bruſt des Anführers der Verhüllten führte, brach ſich an dem Pan⸗ zer, den dieſer trug. Ein heftiger Schlag ſchleuderte ihm die Waffe aus den Fingern, und eine feſte Schlinge flog um ſeinen Hals, und ris ihn, ſeine Kehle zuſchnürend, zu Bo⸗ den.Genade Dir Gott, Miſſethäter! riefen die Tra⸗ banten der heimlichen Acht, und ſchleppten den ohnmächtig Widerſtrebenden vor die Thüre. Vor ihrem Anblick flohen die übrigen Gäſte, bisher neugierige Zuſchauer, zur Pforte und Gaſſe hinaus.Macht geſchwinde! herrſchte der Schöffe ſeinen Frohnen zu:Henkt ihn auf.Wo⸗ hin, Herr? fragten dieſe.Knüpft ihn an den Ketten⸗ haken neben der Thür! befahl der Schöppe kalt; und dies Todesurtheil brachte den halb bewußtoſen Mörder zu ſich