Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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Und doch iſt ein ſo herrliches Gut die Freiheit! Ich wollte gerne gehen, ob ich gleich nackt bin, wie ein Bettler, arm wie das Kind, das eben zur Welt gebar der Schooß des Weibes. Denn ich habe nicht vergraben Schätze, ich habe nicht verborgen mein Gold. Meine einzige Habe iſt ein elend Geſchrifft, das der Wind mag zerſtückeln, und vielleicht ſchon weggeführt hat die Fluth. Dennoch wollte ich gehen hinaus in die Welt, um zu ſeyn frei; ich wollte legen den Schlüſſel meiner Thür in die Hände des Nachbars, und aushalten den Bann, mit dem Brandzeichen des Verbrechens, um zu ſuchen, und wieder zu finden mein Kind; aber dieſe Leiche,. mein Vater.. ich lann ſie doch nicht tragen auf meinen Schultern davon, und was wird aus ihr wer⸗ den? Soll ſie doch jetzt ſchon ruhen in der Erde, weil der Herr beſiehlt, daß die Trauer nicht ſchlafe über Nacht im Hauſe. Was geſchieht aber mit ihr: Werdet Ihr ſie auf den Anger werfen laſſen, oder in den Fluß? Wehe, wehe

über Iſrael und ſeine Schmach! Mein Herz wallet mir im

Leibe, denn mein Elend iſt groß!Beruhige Dich, verſetzte hierauf der Oberſtrichter:Deine Glaubensgenoſſen ſollen Morgen den Todten von hinnen holen, und ihn nach ihrer Weiſe beſtatten dürfen; bei meinem Eide! Da ging Ben David hin zu der geliebten Leiche, bückte ſich über ſie, und fragte:Raaf, wirſt Du Zorn fühlen gegen mich in Deiner unſtäten Seele, wenn ich nicht aushalte hier die Tage der Drauer? Ich will mich ja aufmachen, zu ſuchen meine Eſther, das Kind, das Du geliebt, das Kind, das Du getragen haſt in Deinem Herzen, wie in Deinem Arm. Ich will, ein Verbannter, aufſuchen das Land, wo Deine

Hütten ſteben, Jalob, und das Geſetz gelehrt wird. Ich