Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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will dort die doppelte Zeit hindurch faſten und beten, und ſitzen auf der Erde mit zerriſſenem Gewand. Zürne mir jetzo nicht, ich darf ja nicht beerdigen Deinen Leib, ich darf ja nicht folgen Deinen Gebeinen zur Grube. Verzeihe mir, Raaf, dem das Paradies ſey, und lebe wohl! Er küßte noch einmal zärtlich und ehrerbietig die Stirne und den Mund des Todten, drückte ihm die Augen zu, und band die Te⸗ phillum des Haupts darüber. Dann breitete er ein Tuch über das erblaßte Geſicht, und wendete ſich zu dem Oberſt⸗ richter mit den Worten:Befehlt, ehrſamer Herr, ich will gehorchen.So gehe hin, ſobald der ſpäte Abend däm⸗ mert; ſprach der Richter:Der Kerkerknecht wird Dich nach Sachſenhauſen hinüber geleiten. Dort magſt Du wei⸗ len bis Morgen. Mit dem früheſten des Tages jedoch ſchüttle den Staub von Deinen Schuhen, und wandre, wandre weit von hier. Dem erbarmenden Gefühle in meiner Bruſt habe ich genug gethan, da ich Dich losgebettelt habe bei dem Rathe. Zwinge mich nicht, Deine Strafe ausſprechen zu müſſen, und halte Deinen Bann.Schon dämmert der Spätabend; entgegnete Ben David langſam, durch die Fenſter ſchauend, auf die nächſten Häuſer, in welchen die Lichter angezündet wurden:Das Brückenthor wird bald geſperrt werden; ich will daher jetzt gehen, Herr, ſo Ihr be⸗ fehlt. Der Wächter erſchien mit Licht an der Thüre, und der Oberſtrichter machte ſich auf, das Zimmer zu ver⸗ laſſen. Ben David that einige Schritte, und blieb dann wie eine Bildſäule ſtehen.Iſt mir doch, ſtammelte er, als ob mich's hielte bei den Haaren und Salomon's Ring mich feſtbannte, daß ich nicht kann fort!aſſe Muth⸗

Jude, antwortete der Oberſtrichter hierauf:Die