minder.“— Ben David ſeufzte ſchwer. Jochai fühlte es, und fuhr, wiewohl ermattet, fort:„Gelobe mir, mein Sohn, daß Du— ſo Du wieder findeſt unſer verlornes Kind,— daß Du es erhalten willſt auf dem Wege des Heils. Daß ſie nicht anhänge einem Goi aus Edom?“—„Wie ſoll ich geloben, was ich nicht kann hindern?“ fragte David ängſt⸗ lich:„Ich kann nicht legen Feſſeln an ihr Herz, kann nicht machen ungeſchehen, was vielleicht ſchon iſt.“—„So gelobe mir,“ ſprach der Sterbende mit mühſam erhöhter Stimme weiter:„ſie nicht zu laſſen zu dem verruchten, vermaledeiten Bad, das ſie die Wiedergeburt nennen; halte ſie ab, daß ſie nicht abſchwöre vor dem Volke den Glauben aus Canaan.— Schwöre, gelobe!“ ſetzte er zornig bei, da Ben David zö⸗ gerte und zauderte:„Schwöre, denn dort zu meinen Füßen richtet ſich ſchon der Engel des Todes auf.“— Halb ohne Bewußtſeyn gelobte David, was der Alte begehrte. Jochai beruhigte ſich merklich und ſprach:„Der Segen folge dieſem Eide und dem Kinde, das ſich nennt wie das Pflegkind Mardochai's. Und nun, mein Sohn, binde mir auf das Haupt, um die Hand die Thephilum, da mein Gebein ſchwach geworden iſt.“— David that, wie ihm geheißen war. Jo⸗ chai's Auge wurde wieder ſtarrer und ſeine Stimme verwirrt. „Die Seele wird unſtät im Leibe,“ ſeufzte er unter den Be⸗ wegungen des nahenden Endes; ſie durchläuft zitternd die Glieder, weil ſie bebt vor dem Engel, der dort ſteht, und feurige Augen trägt vom Wirbel bis zur Sohle. Hüte Dich, David, daß Du nicht geräthſt unter das Schwert des Wil⸗ den, der dort unten tanzt wie ein trunkener Fechter. Halte Dich an mich, denn das iſt Samael, der die Seelen nimmt derjenigen, die ſterben außerhalb dem heiligen Lande. Hilf
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1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
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