Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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Erbtheil dieſer Welt?*) Aber Du biſt nicht geweſen die Schlange der Wildniß, und weil mich der Herr geſchlagen hat mit Schwäche und Blödheit da ich lebte, ſo hat er mir verliehen Gewalt und Kraft vor dem Tode. Ich gehe nicht dahin aus Leid, mein Sohn, ich gehe dahin aus Freude, weil die Herrlichkeit Iſraels hat geſiegt, und der Väter Für⸗ bitte bei dem Ewigen an's Licht gebracht unſre Unſchuld. Das iſt ein freudevoll Hinſcheiden, mein Sohn, und ich ver⸗ danke es Dir. Dankbar preßte David die milde Hand Jochai's an ſeinen Mund.

Wir haben gelitten viel; fuhr der Greis mit ſchwä⸗ cherer Stimme fort:aber die Freude iſt größer, denn die Qual. Aus Amaleg führt uns der Weg in's Paradies, wo der Herr waltet als oberſter Fürſt und gaſtlicher Wirth, und den Behemoth füttert, wie den Leviathan zur Koſt der ſieben Schaaren der Gerechten aus Iſrael**). Mag auch aus⸗ gehen die Leuchte unſers Lebens,.. wenn doch nur ſtrahlt die Leuchte ob unſerm Haupte: die Herrlichkeit des hochge⸗ lobten Gottes. Meine Hand iſt kraftlos geworden, Sohn, und ich kann ſie nicht auflegen Deinem Haupte, wie die Väter es gethan, aber meine Zunge ſpricht ihn noch aus, den Segen, der Dich geleite zum ewigen Leben der Wonnen, zu dem ich vorangehen will. Finde Gold auf Deinen We⸗ gen, und der Herr ſtärke Dein Geſicht und Deine Hände, auf daß Du mögeſt ſehen die Stricke Edoms, und gewinnen Deine verlorne Habe. Der hochgelobte Gott laſſe Dich fah⸗ ren unter die Gerechten, und Deine Tochter Eſther nicht

*) Die jüdiſche Lehre verbietet, ein Kind zu enterben, aus welchem Grunde es auch geſchehen möchte. *) Andeutungen aus dem Talmud.