getnurret, ſo oft der Pfaffe mit Gebet und Beſchwörung angeſetzt.“—„Iſt denn der Sohn bei dem Sterbenden?“ fragte der Richter, und der Wächter ſchüttelte den Kopf. Das Kopfſchütteln begann wieder, als er den Befehl erhalten hatte, David zu Jochai zu führen.„Gott genade unſern Ohren!“— ſprach der Brummbär, nach den Schlüſſeln ſuchend:„das verdammte Volk wird ein Geſchrei und Ge⸗ klage anheben, daß man ſein eigen Wort nicht verſteht, und
es hilft doch zu nichts. Der Schurke muß dennoch fort.“—
Der Oberſtrichter wiederhokte kalt und beſtimmt ſeinen Be⸗ fehl, und ließ ſich indeß Jochai's Gemach öffnen. Da lag der Greis, ausgeſtreckt auf einem elenden Lager, das doch immer im Vergleich mit ſeinem vorigen modernden Stroh⸗ bette eine köſtliche Ruheſtelle war,— ganz allein, ohne Hülfe, ohne Labung, und nur der Tod war bei ihm, begriffen in ſeinem traurigen Geſchäft. Das Geſicht hatte ſchon beinahe die Züge angenommen, die der alte Arzt Hippokrates als die letzten bezeichnet; die Bruſt hob ſich ängſtlich und keu⸗ chend, weil in ihr das Leben ſich ſträubte gegen das Erlöſchen,
während ſchon die Glieder regungslos ruhten, unvermögend,
den armſeligen Waſſerkrug, der zu Haupten des Bettes ſtand, an die fieberiſch zitternden Lippen des Sterbenden zu bringen. Der Oberſtrichter erwies dieſen Dienſt dem Hülf⸗ loſen, er unterſtützte deſſen Haupt, und ſprach ſanfte Worte zu ihm. Das Labſal der kühlenden Tropfen und der milden Rede rief den Entſchlummerten zur Beſinnung zurück, und die ſtarren Augen belebten ſich wieder, und ſahen in der feindlichen Amtstracht einen Menſchen an dem Bette des Todes ſtehen.—„Der hochgelobte Gott ſoll Euch vergelten,“ ſprach der Greis, welcher den Oberſtrichter gar wohl


