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wie er oft dem Sohne mit bitterlicher Reue geklagt.—„Wer weiß,“ ſeufzte der betrübte Richter,..„wer weiß, ob nicht
von jener unbeſonnen gräulichen That das Unheil ausge⸗
brütet wurde, das mich und die Meinen ſchon betraf? Wer weiß, welch gräßliches Verhängniß mefner noch im ſchwachen Alter wartet, wenn ich nicht vergüte, was in meiner Macht ſteht?“— Dieſen trübſinnigen Gedanken nachhängend, kämpfte der Oberſtrichter lange mit dem wilden Vorurtheil, riß ſich alsdann männlich empor, und begab ſich mit einer Haſt, als möchte es im nächſten Augenblicke ſchon zu ſpät ſeyn, zum Thurme, in welchem Ben David und ſein Vater ſchmachteten. Der Wächter zog achſelzuckend ein langes Ge⸗ ſicht, da der ehrſame Herr nach sem alten Jochai fragte. „Mit ihm wird's wohl am längſten gedauert haben,“ brummte der rohe Menſch:„ſeit geſtern Abend hat's ihn angefallen, wie ein tödtlich Gebreſte, und mein Schwager, der Scherer am Liebfrauenberge, der den Alten geſehen, meint, es gehe mit der Judenſeele zu Ende.“— Der Oberſtrichter entſetzte ſich, ohne jedoch ein Wort des Mitleids vor den Ohren des Kerkermeiſters zu wagen.„Hat man denn dem alten Mann keine Hülfe gereicht?“ fragte er faſt gleichgültig.—„J wozu, ehrbarer Herr?“ fragte der Wächter entgegen;„Das Geſin⸗ del bedarf keiner Arznei. Der Teufel hilft ſeinen Jungen ohnehin, wenn ſie nicht ſterben ſollen, und der alte Schelm von hundert Jahren fährt auch geradezu in die Flammen; ſo hat der hochwürdige Pater Reinhold geſagt, der erſt vor Kurzem hinwegging. Der verfluchte Hundsjude hat ſich nicht bekehren wollen, und der Pater verſichert, daß ihm angſt und bang bei dem Sünder geworden ſey: dermaßen habe der Teufel, der in ihm ſitzt, geſchnauft und gefaucht und


