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und ſein Beutel wurde immer ſtraffer, während die Gelvta⸗ ſchen der Mitſpieler ſich leerten bis auf den Grund. Aber nicht minder die Geduld der Verlierenden verſiegte, und da des Fremdlings Gewinn immer mehr und mehr anſchwoll⸗ ſo ergriff einer von den heftigſten Spielern im Zorn die Würfel, die ihm ſo eben die letzten Goldkronen gekoſtet hat⸗ ten, und warf ſie mit dem Rufe:„Ei ſo ſey doch Du ver⸗ dammt ſammt Deinem Spielzenge, vermaledeiter Schelm!“ dergeſtalt auf den Boden, daß einer derſelben zerſprang und es ſich ergab, daß er mit Blei gefüttert geweſen, und immer die Sechſen, wenn die geſchickte Hand des Wälſchen die Knochen regierte, oben liegen mußten. Darob ergrimmten denn die Herren ſammt und ſonders, und derſelbe, der zur Entdeckung Anlaß gegeben, nahm ſich auch des Rächeramts an, und ging dem Gauner mit dem Degen zu Leibe. Allein derſelbe war ein Raufhahn nebenbei, und wehrte ſich mit dem langen wälſchen Rappiere dermaßen, daß, obgleich die Andern dazwiſchen ſprangen und der Wirth nach Hülfe lief⸗ der Angreifer durchbohrt auf dem Eſtrich lag, ehe noch die Klingen dreimal gekreuzt worden waren. Der Schreck, den der Fall des Fechters einflößte, half dem Spitzbuben zur Flucht, und die herbeikommende Nachtwache fand weder Mörder noch Zeugen mehr im Hauſe, ſondern einzig und allein den todten Mann, den man für des Oberſtrichters Sohn, einen leidenſchaftlichen, ausſchweifenden Menſchen, erkannte. Sprach nun gleich die ganze Stadt, es ſey an dem Wüſtling gar nicht viel verloren, ſo redete das Vater⸗ doch anders, und der Oberſtrichter, der von vielen dieſen Einzigen groß gezogen hatte, überließ ſich Verzweiflung, da ihm die abgeriſſene letzte
herz Kindern der ſtummen


