Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 3. Theil (1838)
Entstehung
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das Kind, legte es in Fivrillens Arm und entfloh dann aus dem Gemach. Fiorilla brachte den ſehnſuchtsvoll nach dem Scheidenden blickenden Knaben auf Diether's Schooß. Der zornige Mann ſtieß ihn aber von ſich, und rief:So geh' doch hin zu Deinem Vater, junger Kuckuk, und ver⸗ wünſcht ſey die Stunde, in der mich mein leichtgläubig Herz abermals betrog!

8 weites Rapitel.

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Schauet doch, und ſehet, ob irgend ein Schmerz ſey, wie mein Schmerz, der mich getroffen hat! Denn der Herr hat mich voll Jammer gemacht am Tage ſeines grim⸗ migen Zorns!

4 Jeremias.

Es geſchah, daß an dem Abend deſſelben Tags, an wel⸗ chem Dagobert nach Hauſe kehrte, ein böſes Stücklein in der Stadt verübt wurde. Es war in der Neuſtadt ein Haus be⸗ legen, das manZum heißen Stein nannte, und worin ſchon mancher ſeine Hölle auf Erden gefunden hatte. Man pflog nämlich daſelbſt des Spiels mit Würfeln und Brett, und es ging ſcharf dabei her, mit Geld und Gut und fah⸗ render Habe. Zu verſchiedenen Malen war ſchon der Reiche als ein Bettler aus dieſem Hauſe getreten; ſeltner jedoch der Habenichts als ein vermöglicher Mann, weil der Zufall nicht immer allein waltete in dieſen Spielen, ſondern auch gar oſt und häufig die geſchickte Hand und der falſche