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und lebet wohl.“— Auf der Schwelle ſtieß Dagobert, in deſſen Augen der Thränen Gewalt drückte und preßte, auf den kleinen Hans, den Fivrilla an der Hand führte. Fiorilla begrüßte den Jüngling mit jener Fremdartigkeit, die vor den Zeugen die nähere Bekanntſchaft zu verbergen ſtrebt; der kleine Hans jedoch jubelte laut auf und kletterte an Dago⸗ bert empor. Dieſer wurde roth vor Ueberraſchung, und ſetzte den Knaben ſtumm wieder nieder, ohne ſeine Lieblo⸗ ſungen, wie wohl vordem, zu erwiedern. Hans machte ihm tindliche Vorwürfe wegen dieſes Kaltſinns.—„Die gute Mutter fortgegangen,“ klagte er,„und Elſe iſt fortgegangen, und der Mann dort macht ein finſter Geſicht. Was ſoll ich denn anfangen, Dagobert, wenn auch Du nichts mehr von mir wiſſen willſt?“
Gerührt blickte Dagobert auf den Knaben herab, betrach⸗ tete ihn aufmerkſam, nickte dann mit dem Kopfe und ſprach: „Wahrlich, Du armes Kind,.. Du biſt übel daran,... übler als Du weißt und verdienſt.“— Hier wendete er ſich raſch zu Diether, aber der ſchon zum Reden geöffnete Mund verſtummte vor dem ſtieren Blicke, mit welchem der Vater ſeine Söhne beobachtete.„Ueberlaſſe Alles dem Herrn!“ flüſterte der Jüngling in ſich hinein und bückte ſich wieder zu dem Knaben herab:„Gutes Kind!“ ſagte er halblaut zu demſelben:„Vaterloſer Knabe! faſſe Muth und ſtärke Dich zu jedem Unglück. Biſt Du einſt Allen fremd geworden und ich lebe noch, ſo komm zu mir; ich will Dir Vater ſeyn!“—„Ach ja;“ wiederholte der Knabe, ſeinen Lockenkvpf vertraulich auf Dagobert's Schulter lehnend: „Du mein Vater.“—„Ich, mein Sohn; ja! bei'm ewigen S.. ſtammelte Dagobert unter umarmte
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