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und guter Zahler von dannen gefahren ſey. Ein ſolches ſey ebenfalls vor dreien Tagen geſchehen, an dem Tage ſelbſt, da Bechtram von Vilbel und des Raths Freunde und Abge⸗ ſandte im Deutſchherrenhauſe ihren Frieden gemacht. Nun habe aber Er, der Wirth zum Einhorn, heute Morgen durch einen Landmann vom Maingehöft einen Zettel erhalten, den ein reiſiger Knecht demſelben zur Beſtellung übergeben; ei⸗ nen Zettel, von dem Schwaben ſelbſt geſchrieben, worinnen er berichtet, der Herr von Vilbel habe ihn am bewußten Sühntage, im Heimreiten begriffen, von der Straße aufge⸗ fangen, nach Neufalkenſtein geſchleppt, und ihn genöthigt, dieſen Brief zu ſchreiben, damit der Wirth zum Einhorn zweihundert Mark Silbers als Löſegeld für den Gefangenen nach Neufalkenſtein trage. Er, der Wirth, begehre nun zwar nicht, das Verlangte zu thun, ſintemalen ihm bang geworden um ſein Geld und ſeinen eigenen Leib; er habe jedoch nicht verfehlen wollen, denen geſtrengen Herren ſolches zu berichten, damit ſie in ihker Weisheit das Nöthige be⸗ ſchließen möchten, ob vielleicht der ehrliche Kaufdiener aus ſeiner Angſt erlöſet werden könnte.— Dieſe Erzählung, unterſtützt durch den vorgewieſenen Zettel, weckte den Un⸗ willen der ganzen Verſammlung, und Diether's Angabe fand nun unbedingten Glauben. Der Schultheiß und Diether's Feinde, die ſo ſehr auf Bechtram's Redlichkeit gepocht hatten, traten nun auf die Seite derjenigen, die ſeinen Treubruch ſchmähten, und vollwichtige Rache für den auf dem Gebiete der Stadt verübten Frevel forderten, und für den höhnenden Meineid, den der alte Buſchklepper am Tage ſelbſt der Friedensſtiftung in frechem Muthe begangen. Die Furcht vor der Wuth des Raubritters und ſeiner Diebsgeſellen in


