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die Stadt ſammt ihrer bewaffneten Gewalt in Athem. Hätte er einen andern als Räuber genannt,— riefen ſie,— dann wäre ein Schein von Glaubwürdigkeit vorhandenz aber gerade dieſen Bechtram von Vilbel zu nennen, dieſen alten wackern Kämpen, der ſo lange der Stadt treu gedient, der ſich in der letzten Friſt nur, gewiſſer⸗Anſprüche wegen, mit der Reichsſtadt veruneinigt hat! Und dieſe Anſprüche, ſind ſie nicht geſchlichtet? Dieſer Span,— iſt er nicht in Minne beigelegt worden? Hat nicht vor drei Tagen erſt Bechtram Friede mit uns gemacht, ſonder Gefährde, in Treu und Glauben, und in Gegenwart der verehrlichſten Zeugen, der ritterlichen Herrn vom deutſchen Orden? Ein Mährchen alſo der ganze Bericht; der Schöff entweder ſelbſt getäuſcht, oder im Begriffe uns zu täuſchen, und die Klage ohne Grund! — Diether's, wie des Mönchs Wahrhaftigkeit wurde jedoch um ein Gutes verbürgt und vergewiſſert, da der jüngſte Bürgermeiſter mit einem Geſichte voll Zorn und Wildheit in die Verſammlung trat, den Wirth vom Einhorn auf ſei⸗ nen Ferſen.„Gott verdamme doch alle Verräther und Mein⸗ eidige!“ begann er heftig, wie man es an ihm gewohnt war bei wichtigem Anlaß:„Vernehmt doch, ihr lieben Herren und Freunde, welche Mähr unſer guter Bürger und Wirth zum Einhorn Euch zu bringen hat.“ Der Wirth erzählte alſo nach vorhergegangener Aufforderung, daß ſchon ſeit manchem Jahre der Kaufdiener Conrad Schwarz, gemeinhin, ſeines Vaterlandes und ſeiner Mundart halber, der Schwabe oder das Schwäblein genannt, und zu Dienſten des weltberühm⸗ ten Hauſes Ulrich Arzt in Augsburg ſtehend, auf ſeinen Meßzügen und Reiſen in's Brabant ſich in der Herberge zum Einhorn eingefunden habe, und ſtets als ein ehrlicher Geſelle


