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bei. Mißtrauiſch maß er den Mönch von Kopf bis zu Fuß⸗ verwickelte er ihn in verfängliche Fragen, und ließ ihm nicht undeutlich merken, daß er verſucht ſey, ihn für ein Werkzeug jener Räuber zu halten, und die ganze Botſchaft für eine Schlinge, welche ſeiner Habe,— wo nicht gar ſeinem Leben — gelegt ſey, wie jene Ladung zum Sprünglinſteine gewe⸗ ſen.— In dem matten Auge des Mönchs blitzte eine Flamme ritterlichen Unmuths auf, und ſeine Lippe warf ſich auf, um kühn und trotzig den ſchnöden Verdacht von ſich zu wälzen. Doch bezwang er ſich, und erwiederte, ſo ruhig als die er⸗ regte innere Bewegung ihm verſtattete, daß er ſich willig als Bürge und Geißel darſtelle für jedes von ihm geſprochene Wort; daß übrigens das heftige Fieber, das ihn auf einem unfern gelegenen Dorfe ergriffen, und ihn abgehalten, am verwichenen Tage bereits in Frankfurt zu ſeyn, ſchon der beſte Bürge für ſein Verweilen in jeder beliebigen Haft ſey, und daß er fürchte, es werde— ſollte ihm Hülfe und milde Sorgfalt noch ferner entſtehen— mit ſeinem Leben bald zu
Ende ſeyn. Der eiſige Froſt, welcher des Gequälten Glieder
durcheinanderſchüttelte, und ihn beinahe zu Boden warf, machte Diether's natürliche Barmherzigkeit rege. Er ließ den todtkranken Mönch auf einer Tragbahre in das Kloſter des Ordens bringen, zu welchem der Unglückliche, ſeiner Kutte nach, zu gehören ſchien, und empfahl ihn der angele⸗ gentlichen Fürſorge des Paters Reinhold, Margarethens Beichtvaters. Er ſelbſt jedoch eilte auf den Römer, um die erhaltene Botſchaft dem Rathe zu verkünden. Seine Freunde in demſelben ſtaunten; ſeine Feinde ſchüttelten ungläubig die Köpfe und behaupteten, der Schöff täuſche Meiſter und Rath mit unhaltbaren Gerüchten, und halte muthwilliger Weiſe


