ergründen; theils jedoch benahm das, von Gebrechen aller Art belaſtete Alter des Monſignore dieſer Verbindung das öffentliche Aergerniß,— theils ſchloß ſich Fivrilla mit wahrer inniger Liebe an den kleinen Knaben Hans, der ohne alle weibliche Pflege geblieben war, weil Diether, bei der erſten Kunde von Margarethens Flucht, im Aufwallen ſeines Zorns die, jede Mitwiſſenſchaft läugnende Elſe aus dem Dienſte gejagt hatte. Der arme Kleine fand in Fivrilla's Sorgfalt Elſens Pflege in doppeltem Maaße wieder,— und Diether, — ſah er die Liebe der Pflegerin zu dem Knaben— be⸗ dauerte nur eins ſo ſehr, daß ihm der Zufall Wallradens holdes Töchterlein geraubt, und ihm kein Mittel zu Gebote ſtehe, etwas Gewiſſes von dem Schickſale der kleinen hüb⸗ ſchen Agnes zu erfahren. Ueber das Geſchick ihrer ſogenann⸗ ten Mutter kam er dafür binnen einigen Tagen in's Klare.
Eine Mönchsgeſtalt, vom Fieber geſchüttelt, und von Bläſſe entſtellt, trat eines Morgens,— der zweite nach jenem Ver⸗ höre auf dem Römer,— auf einen Stab geſtützt, vor den Altbürger. Dem Leidenden eine milde Gabe zu reichen, war Diether's erſter Gedanke,— aber wie erſtaunte er, da der Mönch nicht allein jede Gabe verſchmähte, ſondern ihn ſelbſt mit einer unerwarteten Kunde beſchenkte: mit der Botſchaft von Wallradens Aufenthalt, von ihrer vereitelten Flucht, von ihrer Rückkehr in die traurige Haft,— von der Gefahr, in welcher ſie ſchwebe, von ihrem einzig auf den Vater geſetzten Vertrauen.— Diether,— obwohl in Zorn glühend ob Wallradens Vergehen, fühlte doch ſein Vaterherz beben bei dem Berichte ihrer Leiden. Allein, ſo ſchnell auch ſein Ent⸗ ſchluß gefaßt war, Alles aufzubieten, um ſein Kind zu retten, ſo ſchnell geſellte ſich dieſem Vornehmen auch der Verdacht


