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ther an ſie gerichtet, mit der größten Seelenangſt geantwor⸗ tet, und dadurch den Verdacht einer thatkräftigen Mitwiſ⸗ ſenſchaft an der geheimen Verbindung Wallradens auf ſich geladen, die ſie endlich nicht mehr läugnen konnte. Den Namen des Mannes, der Wallradens Gatte geworden war, hatte ſie genannt; einen Namen, den Diether vorher nie ge⸗ hört. Den Urſprung jener Liebe, die Begebenheiten bis zur ehelichen Verbindung des Paars hatte ſie ziemlich genau an⸗ gegeben. Ein Wetterſtrahl hatte eine Scheuer auf Wallra⸗ dens Gute entzündet, und die Feuergefahr den Hütten der Knechte, wie dem Wohnhauſe gedroht. Die Nothglocke auf dem Thürmchen des einſam gelegenen Maierhofs hatte die fern wohnenden Nachbarn herbeigelockt, und einer der fern⸗ ſten, gerade zu jener Zeit im anſtoßenden Forſte auf ſeinen Wildgängen verweilend, war mit den Uebrigen herbeigekom⸗ men, und hatte durch ſeine entſchloſſene Beſonnenheit das Allermeiſte zur Rettung von Wallradens Habe beigetragen. Dieſe Hülfleiſtung hatte dem Junker von der Rhön, einem nicht reichen, aber altadeligen ſchönen Manne, gewiſſe Rechte auf des Fräuleins Dankbarkeit gegeben. Liebe ward dar⸗ aus, und ein Feind dieſer Liebe entſtand: des Junkers Va⸗ ter, der Wallradens minder adelichen Stamm verachtete, und einer Zuſage zufolge, ſeines ſeligen Waffenbruders verwaiste Tochter zur Gattin für ſeinen Sohn erzog. Hingegen fand ſich auch ein helfender Freund; ein deutſcher Herr, der im nächſten Städtchen in Angelegenheiten ſeines Ordens ver⸗ kehrte, und täglich auf Baldergrün zur Einkehr war. Er war es, der eines Abends einen Mönch zum Meierhof brachte, der das Paar, väterlichem Verbote zum Trotz, einſegnete, zu einer Ehe, aus welcher ein Kind entſprang.—


