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bewegt:„Seht dieſe armen Leute, welche zitternd da ſtehen, und ſelbſt nicht begreifen können, wie ihre Unſchuld ſo ſchnell an den Tag gelommen. Wenn auch ihre Feſſeln jetzt noch nicht fallen dürfen, ſo erleichtert ſie ihnen doch durch ein Wort des Troſtes und der Hoffnung. Viel Freude und Glück ruht auf den Lippen der Mächtigen wenn ſie es aus⸗ ſprechen wollen gegen das Elend.“—„Die Dirne muß be⸗ weiſen, was ſie vorgebracht,“— entgegnete der Oberſtrichter: „oder die Zeit beweiſe und bürge für ſie. Ich habe ausge⸗ ſandt nach Friedrich, und wehe ihm, wenn ſich alles ſo befindet, wie dieſes Weib geſagt.“
„Der Mörder iſt eine ſchlaue Natter;“ verſetzte Judith: „er wird ſich hüten, in die Falle freiwillig zu gehen. Hier ſird aber meine Hände, damit man ſie binde. Freudig will ich den Kerker beziehen, und keine Schmach daran finden; denn der Herr, der mich hiehergeführt, wird mein und dieſer Armen nicht vergeſſen, als ein rechter Richter und Helfer der Waiſen. Er wird die Hand des Gottloſen zerbrechen, und aufſtehen zu unſrer völligen Rettung!“
Ein Wink des Oberſtrichters beendigte den ergreifenden Auftritt. Judith wurde zu leichter Haft in das Haus der Reuerinnen geſendet, und die Juden in den Kerker zurück⸗ geführt. Judith wurde von einer jubelnden Menge begleitet, wie ein ſiegreicher Kömpfer von ſeiner Freunde Schaar,— Jochai und Ben David waren von einer lautloſen Volks⸗ maſſe umgeben, die ihren Schritten wie mit einer innern Leſchämung folgten. Auch die Herren vom Gerichte theilten dieſe ſtille Schaam, und mancher beklagte nun im Geheimen die Schmach, die den Untadelhaften widerfahren war. Ben David ſagte aber mit freudethränenden Augen zu Jochai: „Nun, Raaf? was ſagſt Du nun? Die Leuchte des hochge⸗ lobten Gottes ob unſerm Haupte beginnt wieder zu brennen⸗ und des Herrn Finger ruht auf uns. Geprieſen ſey der Gott


