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Abrahams, der die Hütten Jakobs beſchirmt, der den Böſen verſenkt in die Grube, die er ſelbſt gegraben,— der deſſen Fuß fängt in dem Netze⸗ ſo er ſelbſt geſtellt.“—„Preis ihm und Dank ihm,“ antwortete, den Kopf wie beim Gebete nei⸗ gend, der alte Jochai:„mit uns will er es wohl machen, der ſtarke, eifrige Gott; ſein guter Segen wird ſalben unſer Haupt mit Balſam, und ſein Fluch verderben den Feind;— aber wie wird es geſchehen mit Eſther, unſerer Tochter? Mir will zerſprengen die Bruſt, ſo ich an ſie denke,— die Freude unſers Alters, das Leid unſerer Liebe. Sie irrt umher in Amalek, gerathen unter die Hände des Gottloſen, woraus ſie errettet worden, um vielleicht zu fallen in ärgere Stricke. Das, mein David, das quält mich, und frißt an meiner Freude.“—„Vertraue, Raaf;“ erwiederte Ben David, ob er gleich ſein eigen kummervolles Antlitz nicht bergen konnte: „Vertraue; auch ſie wird unverletzt wieder kommen zu uns, und werden unſre ſtarke Stütze. In dieſer Zuverſicht will ich betreten mein Gefängniß, wie ein König ſeinen hohen Saal, und mich niederlaſſen auf mein Strohlager, wie auf das köſtliche Bette des Paſſah, denn mein Herr iſt wieder mit mir, und die Hülfe in der Noth, und der Glaube, daß wir noch ſchauen werden das Glück im Lande der Lebendigen.“
Sie ſtanden an der Thüre ihres Thurms, und Jochai ſegnete den Sohn, mit der Liebe, die den Erſt⸗ und Einzig⸗ gebornen bei ſeinem Eintritt in die Welt zu empfangen pflegt. Alle Eigenheit, herſtammend von Volksſitte und Gewohnheit war während dieſer Augenblicke in einem Jeden von ihnen verſchwunden, und ſie waren nur Menſchen, freudige Menſchen. Nach langer, von Jubelthränen gefeierten Umarmung trennten ſie ſich ſeufzend, aber beide traten, wie mit Kronen geſchmückt, in ihre Gefängniſſe, beide hatten eine herrliche Begleiterin in ihrem Gefolge; die Hoffnung⸗ die friſch und grun bekränzte Hoffnung!
Ende des zweiten Bandes.


