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Jochai ſchmerzlich zu Ben David:„Du wirſt ſehen, ſie geben ihn los, der Schuld iſt am ganzen Handel, und uns ſperren ſie ein in härtere Gefangenſchaft.“
Noch hatte Johannes keine Zeit gefunden, das erbetene gute Wort zum Oberſtrichter zu reden, als der ganze Schau⸗ platz mit einemmale eine andere Geſtalt gewann. Denn wie Sturmes Brauſen tobten Menſchenſtimmen und Menſchen⸗ tritte über die Gänge, und der Thürſteher meldete athemlos, das ein Volksmeer das geräumige Haus überſchwemme. An der Spitze der anſtürmenden Haufen ziehe eine häßliche aber ruſtige Dirne heran, über deren Haupt ein ſchwarzes Tuch herabhänge, und welche wie begeiſtert zu dem Volke rede, und dasſelbe auffordere, unverzagt voran zu gehen.— Der Schultheiß, durch dieſe Nachricht ſeiner finſtern Grillen ent⸗ hoben, und ſeiner Würde zuruckgegeben, ging vornehm und ſchnell dem tobenden Menſchenſtrudel entgegen, vor welchem ſo eben die mit Mühe von den Knechten zugchaltnen Flügel⸗ pforten des Gemachs aufgehen mußten. In die Stube quollen die erſten des Haufens; in ihrer Mitte Judith, aus deren Zugen, Gang und Geberden ein heftiger Schmerz und eine wilde Entſchloſſenheit ſprach, welche vor der unnachahmlichen
Hoheit des Schultheißen nicht verſtummte.—„Richter und
Herren dieſer Stadt!“ rief ſie mit ſtarker Stimme:„Da
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Ihr zu hören vermögt, ſo hört, hört, was der Herr von mir
begehrt hat, Euch wiſſen zu laſſen!“— Die auffallende Er⸗
ſcheinung des Mädchens feſſelte jede Zunge, und Judith fuhr fort:„Laſſet los, die Ihr gebunden, und fanget diejenigen, ſo Ihr frei gelaſſen, denn ich will das Gewebe der Luge zerreißen, da es noch Zeit iſt, und keine Seele deßhalb ge⸗ ſtorben. Alfo ſpricht der Herr, unſer Gott: Ich will nicht, daß Verirrte den Tod leiden ſollen, da ſie doch nichts Todes⸗ würdiges verſchuldet haben. Ich begehre aber, daß das Blut gerächt werde an dem Blute des Schuldbewußten. Laſſet


