Johannes, während die Juden ſich bekümmert anſahen:„Eine Vorſchrift, die der heimlichen Acht würdig wäre, welche den Stab ohne Unterſchied über jeden bricht, der einen feindlichen Kläger gefunden hat.“—„Wißt Ihr das ſo genau?“ fragte der Oberſtrichter mit feinem Lächeln:„Ein Glück iſt's, daß Euer Gewand Euch ſicher ſtellt vor der Vehme, ſonſt möchtet Ihr doch ob ſolchen Reden Ungelegenheit erfahren.— Hier iſt übrigens ein offen Gedinge, und über Zwang und Hinter⸗ riſt dürfen ſich die Beklagten nicht beſchweren.“—„So laßt⸗ um ehrlich und redlich zu verfahren,“— fiel Johannes ein, —„zum Nutzen und Frommen dieſer armen Leute, die, wenn gleich Verirrte und in böſem Wahne befangen, dennoch Menſchen ſind, jetzt alſobald, um wenigſtens den Handel über dieſen Knaben in Ordnung zu bringen, die Ankläger vor⸗ fordern und mit dem Kinde zuſammenſtellen, damit ſie aus⸗ ſagen, ob es dasjenige wirklich ſey, das damals in des Juden Haus erſchien. Auf das Zeugniß der ſtummen Grete wäre noch am Erſten zu bauen, denn der getaufte Jude ſoll Zorn und Haß gegen ſeinen ehemaligen Meiſter hegen, und dieß macht ſeine Klage verdächtig.“
„Ei, das hebt ſich auf;“ antwortete der Oberſtrichter: „dieſe Juden haben ſich nicht entblödet, Abſcheuliches von ihrem ehemaligen Glaubensbruder zu berichten. Die Magd von der Ihr redet, iſt während der Zeit geſtorben, und Friedrich ſteht allein gegen die Juden, aber um ſo wichtiger und be⸗ ſtimmter iſt ſeine Klage, die durch ihre Umſtändlichkeit jeden Zweifel niederſchlägt, und dann verdient ſein Wort ein un⸗ bedingteres Vertrauen, weil ihn der Himmel ſo ſichtbarlich erleuchtet hat durch ſeine Gnade, und er gleich uns den Erlöſer verehrt, den dieſe Hunde läugnen.“—„Ach!“ ſeufzte


