Ausſagen des Kleinen, beſtimmen mich ſchier, an die Gewiß⸗ heit der Aufklärung, die Ihr gegeben, würdiger Pater Rein⸗ hold, zu glauben. Ich danke Euch auch mit zerknirſchtem Herzen dafür, denn ich beginne mein Unrecht einzuſehen, und verzeihe ſowohl dem Junker von Hülshofen, als auch dem elenden Juden hier, daß ſie mit meinem Blute einen Handel getrieben. In dieſem Augenblicke ſchmerzt mich nichts mehr, als daß meine Wirthin einen Schritt gethan, der ihr nicht erlaubt, ſelbſt hier das Geſagte zu bekräftigen. Willhild, welche um die Sache vollkommen wiſſen muß, hat ſich am zweiten Tage nach Wallradens unbegreiflichem Raube, auf eine weite Wallfahrt begeben, und ich habe nichts von ihr gehört; allein Wallradens Zofe, unſtreitig eine Vertraute des Frevels, iſt in dieſen Mauern, und ſie iſt es, die Ihr geſangen haltet, Herr Schultheiß, weil ſie das Unglück hatte⸗ von Euern Häſchern für eine Andre gehalten zu werden.“— „Weder ein Unglück für ſie,“ entgegnete der Ritter ſtolz⸗ „noch eine Sünde von mir. Der Oberſtrichter hat über die Magd ſammt ihrem Kinde zu verfügen, und wird ſich nicht weigern, ſie vorführen zu laſſen.“
Der Oberſtrichter zog die Schelle, und befahl, die Magd aus dem Gefängniſſe zu holen. Während nun Diether mit dem Bettelmönche und ſeinem Buben in freundlicherm Ge⸗ ſpräche verkehrte, der Predigermönch von dem von Hülshofen ſich den Hergang des Abenteuers zu Worms berichten ließ⸗ und der Schultheiß voll ſtillen Grimms die Fenſterſcheiben einſam und verdroſſen zählte, nahten ſich die beiden Juden dem Oberſtrichter ehrfurchtsvoll, und küßten den Saum ſeines Gewandes, und Jochai hob an:„Geſtrenger Herr! Großer Richter über uns. Die Zeit hat angefangen zu werden gut⸗
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