daran zu nehmen wünſchen. Jochai und David ſind ange⸗ klagt auf Haut und Haar, ein Chriſtenkind gemartert und ermordet zu haben. Der Edelknecht von Hülshofen iſt mit reuigem Muthe geſtändig⸗ einen Knaben an den Juden David verkauft zu haben, um wenige Turnoſen; doch läugnete es der Jude ab, und ſollte heute, nach langen leeren Drohungen wirtlich auf die Folter geſetzt werden, als ſich geſtern plötzlich ein Umſtand ergeben, der die Sache verwickelter⸗ die Klage trügeriſch und dennoch den Gegenbeweis nicht leichter macht. Der Junker von Hulshofen hat auf ſeinen Eid geſchworen, in dieſem Knaben den erkannt zu haben, welchen er am Tage nach dem des heiligen Martin im verwichnen Jahre an den Juden David verhandelt hat. Dieſer Knabe iſt Herrn Diether Froſch, des Schöffen Söhnlein, oder wird dafür gehalten. Um ins Klare zu kommen, ſoll der Kleine in ſeines Vaters Gegenwart befragt werden.“— Mit vieler Milde richtete der Oberſtrichter viele Fragen an den Knaben⸗ die er in ſeiner Einfalt und kindlichen Erinnerung ſo beant⸗ wortete, daß kein Zweifel übrig vlieb, daß er es wirklich geweſen, welchen Gerhard gefunden.—„Wit Verlaub, ge⸗ ſtrenge Herren,“ betheuerte der Edelknecht nach ergangener Aufforderung:„Der Henker ſoll mein Wappen unterm Galgen zerbrechen, wenn das nicht der Bube iſt, von dem ich ſprach. Nicht wahr, mein Junge? In meinem Mantel haſt Du geruht,. vor meinem Barte biſt Du erſchrocken,.. Malvaſier haſt Du bei mir gekoſtet, und mit dem ſchäbigen Juden dort⸗ dem zerfetzten Haman⸗ biſt Du gegangen? Sag's friſch heraus, und Ihr, meine Herren, könnt Ihr noch an der Wahrheit deuteln, da der Bube bejaht? Glühte ich nicht wie die luſtige Sommerſonne mitten im November zu Worms?
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