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Wallrade:„Du biſt ein Büffel, und ich werde ſelbſt an Ort und Stelle ſehen, ob Du meinen Auftrag ausgerichtet⸗ wie ich's begehrt.“—„Das ſteht Euch frei;“ entgegnete Rüdiger, wie oben:„aber, ob Ihr gleich der Herr ſeyd, und ich Nichts gegen Euch vorſtelle, ſo werdet Ihr doch finden⸗ daß ich Recht habe.“
Nachdem er ſich entfernt, überlegte Wallrade, mit Ernſt und Fleiß, wie Alles ſich zu ihren ſchnöden Zwecken fügen müſſe.—„Dieſe ſchwüle Gewitterhitze kann nicht von Be⸗ ſtand ſeyn,“ ſprach ſie zu ſich ſelbſt:„bleibe ich länger, ſo kömmt es zur Fehde zwiſchen der Stiefmutter und mir. Den offnen Bruch muß ich jedoch vermeiden, bis ich ihr hart an's Leben kann. Jetzt treibt mich die Vorſicht von hinnen, denn nach dem, was Katharine ſprach, iſt mein Bruder angelangt⸗ und brütet ſicher in geheimer Stille Verderben gegen mich. Ihm muß ich ausweichen zu gelegener Zeit, und ſelbſt zu Wiesbaden und an WVillhild's Wohnorte die Waffen ſuchen, deren ich bedarf, um Margarethen zu vernichten. Denn— falſch iſt ihr Spiel; wie ſollte ich den Buben nicht kennen? Warum wäre er ſo ſcheu und furchtſam geweſen, da er mich nur ſah? Velch ein ſeltſam Verhängniß ihn auch hieher, gerade in dieſes Haus geführt haben mag.. ich will es benützen. Zuerſt diene er mir als Hebel zum Sturze mei⸗ ner Feindin; dann erſt ſoll auch ihn meine verzögerte Rache ereilen. Ehe ich aber die Fahrt antrete, die mir Gewiß⸗ heit verſchaffen ſoll, wo Margarethens Sohn hingekommen, muß ich noch ein Gift bereiten, das ich in Diether's Wunde ſtreuen kann, um ſie nie verharrſchen zu laſſen.
„Um Gottes Barmherzigkeit willen, laßt mich zu ihr!“ jammerte eine klagende Stimme draußen, und Bilger's


