der trägen Glut freſſenden Grams; und erblaſſen muß die Tochter in meinem Schooß, verwelken an dem Genuſſe des Wermuthbechers, den ich ihr reichen will vom Sonnenauf⸗ gang bis zum Abendroth. Dieß zu vollbringen helfe mir das Unglück, das ſo gerne feindſelig des Menſchen Geſchick zu untergraben bereit iſt!—“
Die Zofe trat hier in die Stube, und bebte zuruck, da ſie die erblaßt dahin Geſunkene erſah.„Was ſoll's?“ fragte Wallrade.„Rüdiger iſt zurück;“ berichtete die Magd, ihrer Beſtürzung kaum Herr werdend.—„Zurück?“ fragte Wall⸗
rade wiederum, und ein heller Schein überſtrahlte ihre Züge: „Ich gehe, ihn zu ſprechen. Stehe Du mittlerweile hier der Elenden bei, und bringe ſie zur Ruhe.“—
Mit einem höhnenden Abſchiedsblick rauſchte ſie zur Thüre hinaus, vor welcher der Knecht Rüdiger wartete. Sie winkte ihm in die Seitenſtube.—„Sag' an Deine Mähr;“ begann ſie zu dem Manne.„Geſagt iſt ſie bald,“ erwiederte der⸗ ſelbe.„Es hat Alles ſeine völlige Richtigkeit. Der Knabe, von dem Ihr Kunde haben wollt, iſt wirklich derjenige, wo⸗ fur er ausgegeben wird.“—„Nicht möglich!“ ſiel Wallrade ein:„Du lügſt!“—„Ihr dürft mich einen Lügner ſchel⸗ ten;“ verſetzte der Breitgeſtirnte gleichmüthig:„Ihr ſeyd meine Herrſchaft, und ich Euer halseigener Knecht. Aber trotz dem konnte ich zu Wiesbaden nichts anderes heraus⸗ bringen. Die Frau Willhild, von welcher mir Elſe erzählte, da ich ſie Eurem Gebote gemäß, geſchickt ausforſchte, hat richtig Herrn Diether's Junker erzogen, und ihn verwichnen Herbſt zur Stadt gebracht. Keine Seele in ihrem Wohn⸗ orte und zu Wiesbaden weiß Anderes davon zu berichten. All meine Mühe war umſonſt.“—„Schon genug;“ verſetzte


