Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Theil (1838)
Entstehung
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zu zeigen? Ich wußte es ja wohl, daß Deine unſelige Leiden⸗ ſchaft den Gaffern ein Schauſpiel geben, und die jungen müßigen Thoren in Bewegung ſetzen würde.

Schilt mich, verſetzte Frau Katharine,aber zürne mir nicht ernſtlich. Was würde aus mir, wenn ich Deine Freund⸗ ſchaft einbüßen ſollte? Laß mich indeſſen erſt gänzlich meine Erzählung zu Ende bringen. Einen beſondern Zufall habe ich noch zu berichten. Du kannſt Dir vorſtellen, in welcher Lage ich mich befand, als die Hoffnung, den Gatten zu um⸗ fangen, mir entwichen, ſein Trugbild, wie ein Geſpenſt unter meinen Händen in Nichts zerronnen war. Mich kummerte das Anſtarren der Gaffer nicht. In meinem, erſt recht lebendig gewordnen Schmerze blickte ich auf zum Himmel, und druckte mein weinendes Kind heftig an die Bruſt, da ſteht plötzlich ein junger Mann vor mir, in dem ich ohne Mühe jenen Jüngling erkannte, der uns, wie ich Dir ſchon erzählt, zu Coſtnitz den räthſelhaften Beſuch abgeſtattet hat, ſeit welchem meines Mannes verſchloſſene Schwermuth anhob.

So? unterbrach ſie Wallrade überraſcht:jener Jüng⸗

ling? Doch gewiß war's abermals nur ein Truggebild Deines Gehirns.

Nicht doch; fuhr Katharine fort:die wunderfreund⸗ lichen Augen des jungen Mannes habe ich mir zu gut ge⸗ merkt, ſah ich ihn auch damals nur gleich wie im Fluge. Eben ſo freundlich blickte er nun mich an, und ſchien nicht weniger überraſcht zu ſeyn.Ei, Frau von der Rhön, ſprach er hierauf:wie kommt's, daß ich Euch hier zu

Frankfurt ſehe? Ihr habt ſicherlich unter dem Gedränge