Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Theil (1838)
Entstehung
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beſten, wenn ich ihm das unwillkommene Geſicht entziehe.

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gefundne Tochter, küſſe auch Deinen Bruder, den kleinen muthwilligen Johann, die Wonne meiner alten Tage. Wallrade ſah ſich mit verdüſtertem Antlitz nach dem Jungen um, der, wie Margarethe erſt jetzt bemerkte, ſich hinter die Bank und die Gewänder der Mutter verkrochen hatte. Johann, wo ſteckſt Du? fragte Diether liebreich:Komm⸗ umarme Deine Schweſter!Ei, du einfältiger Bube; ermahnte Margarethe den Weigernden:Was muß denn Schweſter Wallrade von Dir denken? Du biſt ja kein Un⸗ geheuer, das ſich nicht am Tage ſehen laſſen darf. Komm, komm doch! Sie zog den ſchüchternen Buben, der ſich aus allen Kräften ſträubte, mit Gewalt herbei, und erſchrack jetzo ſelbſt über die Bläſſe, die ſein Geſicht überzogen hatte. Aengſtlich gebückt, mit niedergeſchlagenen Augen, ſtand der Kleine da, als hätte er ein Verbrechen begangen. Nichts konnte ihn bewegen, der Fremden nur einen Blick, eine Sylbe zu ſchenken. Dieſe Scheu, welche Diether und Mar⸗ garethe ſich nicht enträthſeln konnten, machte augenſcheinlich

den widrigſten Eindruck auf Wallraden. Sie ſtand auf,

zweifelhaft, ob ſie ihr Geſicht dem Knaben zuwenden, oder es von ihm kehren ſollte. Ihre Augen brannten, ihr Mund zuckte und ihre geſpannten Züge drückten die Leidenſchaftlich⸗ keit aus, die ihre Bruſt beſeelte. Ihren Unmuth mühſam bemeiſternd, wies ſie des Knaben Hand ſchweigend von ſich, als die Mutter, in deren Arme er ſich geflüchtet hatte, ihn bewog, ihr die widerſtrebende zu überlaſſen.

Zugleich zog ſie den Schleier über Stirn und Augen. Da das Herrlein meinen Anblick unerträglich findet, ſprach ſie mit angegriffener Stimme,ſo thue ich am