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Alter doppelt empfindet; aber Margarethe faßte ſie auf, die wie ein kalter Hauch an ihr warmgewordenes Herz drangen. „Die letzten Tage, wollt Ihr ſagen, Fräulein!“ erwiederte ſie empfindlich:„Die letzten Jahre waren gut, und von Eurer Kindlichkeit wird es abhängen, ob der heutige Tag ihnen gleichen ſoll. Euer Vater harrt noch immer der ſchick⸗ lichen Umarmung entgegen. Ich möchte Euch nicht gern umſonſt darauf aufmerkſam gemacht haben.“—
Wallrade näherte ſich dem Vater, küßte ſeine Hand und Wange mit Förmlichkeit, und neigte ſich ſteif vor Marga⸗ rethen.„O mein liebes Kind!“ ſprach Diether, der ſie neben ſich auf das Bänkchen niederzog:„Wie erquickt mich Dein Anblick. Ja, in Frauenherzen wohnt Verſöhnlichkeit und der Funke der Liebe. Du, das verloren geachtete Kind, kehrſt in's Vaterhaus zurück, während Sohn und Bruder ferne bleiben.“— Wallrade zuckte leicht die Achſeln und wendete ſich zu Margarethen mit den Worten:„Ehrſame Frauz wenn mich der Vater ſchon verloren achtete, um wie viel ſtrenger mag nicht Euer Urtheil über mich gelautet haben?“—
„Ihr irrt;“ verſetzte Margarethe ruhig:„was das heiße Blut der Jugend fühlte, ſteht den reifern Jahren zu, wieder gut zu machen. Mein Herr liebt Euch, darum ſeyd Ihr auch mir kein unlieber Gaſt.“—„Wacker geſprochen, liebe Wirthin!“ rief Diether, ihr entzückt die Hand entgegen⸗ ſtreckend:„Ihr ſeyd eine Perle, wie ſie wohl ſelten ein Greis in ſeinen Winterkranz flechten darf, und ich denke, Wallrade ſoll Euch bald innig befreundet ſeyn. Umhalst Euch vor meinen Augen. Das letzte widerſtrebende Gefühl verſinke in der freundlichen Annäherung.— So; und nun, meine wieder⸗


