Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Theil (1838)
Entstehung
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herbei gemacht hatte, auf den Schvoß des Gatten, deſſen Nacken ſie umſchlang.Bedürft Ihr, um glücklich und zu⸗ frieden zu ſeyn, noch anderer Herzen, die Euch fremd gewor⸗ den zu ſeyn ſcheinen?

Nicht doch, geliebte Ehefrau! betheuerte der gerührte alte Mann, den Buben und ſeine Gattin abwechſelnd herzend und liebkoſend;nicht doch, herzliebes Söhnlein! Aber, wenn ich Euch gleich inniger im Buſen trage, als die Vermiß⸗ ten, ſie ſind doch auch meine Kinder; vorab der Dago⸗ bert, der die Freuden des Hausvaters dahinten laſſen muß, um der Mutter zu einer fröhlichen Urſtänd zu helfen.

Hier, ſagt man, ſoll ich Herrn Diether finden? fragte am Eingange des Gartens eine Stimme, die Margarethen nicht fremd, ihrem Gatten eine liebe war.

Wallrade! riefen beide überraſcht, und Diether's wan⸗ kende Kniee verſagten dem Aufſtehenden den Dienſt. Indeſſen kam die Unerwartete und dennoch Erſehnte langſam und ſtolz herangeſchritten, von Elſen begleitet, die ihr den Weg zu dem Elternpaare wies.Wallrade! Tochter! ſtammelte Diether unter Thränengüſſen der Freude, die Arme weit öffnend.Willkommen, Fräulein! ſetzte die Stiefmutter hinzu, die Hand ihr reichend. Aber weder in die Arme des Vaters ſank die Tochter, noch ergriff ſie die dargebotene Rechte. Einige Schritte von Diether entfernt, ſtand ſie ſtille, warf einen durchdringlichen Blick auf das Paar, und ſchlug die Hände zuſammen.Herrgott! ſprach ſie in dem tiefen Tone, der nicht ſelten auf ein hartes Gemüth ſchließen

läßt:Wie verändert finde ich Euch, Vater! Die letzten

Jahre ſcheinen Euch nicht zugeſagt zu haben! Diether über⸗ hörte dieſe Worte, bewegt von den Gefühlen, die das ſchwache