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Sorgloſigkeit eines Weibes, das ſich Wittwe zu werden ſehnt, erweichte mein Gemüth, wie meine Wunde. Dennoch, arg⸗ wöhniſch, wie ich war, las ich aufmerkſam in Eurem Blicke, und mir entging die ruhige Freude nicht, mit welcher Euch meine Geneſung erfüllte. O, dieſe Ueberzeugung trug viel zu meiner Herſtellung bei, und, als ein gerechter Mann, der ſich nicht ſcheut, ſein Unrecht einzugeſtehen, frage ich Euch heute, unter'm Blau des Himmels, und in Gegenwart unſeres Kindes, ob Ihr den gräulichen Verdacht vergeben könnt?“
„Mein werther Eheherr....„ ſtammelte Margarethe uberraſcht und beſchämt:„Wie könnt Ihr doch meinen, daß ein Groll gegen Euch....“
„Lieb Weib,“ fiel Diether ein:„Ich liebe das Geradezu. Scheltet mich aus, wie einen Heiden, daß ich zweifeln konnte an Eurer Ehre und Eurem Chriſtenthum, auf das- eugniß eines Lügners hin, und auf die That eines meuchleriſchen Buben. Nein,“— fuhr er fort, Magarethens Wange und Hand ſtreichelnd,—„dieß fromme Angeſicht konnte mich nicht an einen Andern verrathen; dieſe Hand, die mich ſo zart und ſorgſam pflegte, hat nicht auf das Leben eines alten Mannes gezielt.“—
„Jeſus!“ ſeufzte Margarethe erſchrocken:„Was kommt Euch zu Sinne, lieber Herr? Die Heiligen mögen Euch ver⸗ zeihen, wie ich es thue, ob ſolchem ſchnöden Verdacht.“
„Wenn Ihr vergebt, die Beleivigte, ſo thun es die Hei⸗ ligen nicht minder;“ antwortete Diether:„und förder ſollt Ihr nicht klagen können. Der Verſucher ſoll nimmer an mich kommen. Mein Siechthum hat gar Vieles anders ge⸗ macht in meinem Innern. Eine recht ſüße Wehmuth, wie


