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und redete alsdann:„Sie haben in der Stadt ein gottes⸗ fürchtig Werk vor. In dieſem Augenblicke legt der hoch⸗ würdige Stiftsdechant, Herr Jakob Herdan, den Grundſtein zu einem ſtattlichen Thurme, der am Damm aufgeführt wer⸗ den ſoll. Ehrenwerth iſt es, da ein Denkmal für den lieben Herrgott hinzuſetzen, wo früher das Rathhaus ſtand, auf dem der Bürger Wohl beſorgt wurde; und ziemlich iſt's zu gleicher Zeit, daß ich den Gebreſte verhinderte, von Amts⸗ wegen bei der heiligen Handlung zu ſeyn, den feſtlichen Augenblick begehe mit frommer That und Rede. Seht, meine werthe Hausfrau: ich habe es bis jetzt aufgeſpart, mit Euch etwas zu beſprechen, das mir am Herzen nagte. Es kann Euch nicht entgangen ſeyn, daß ich ſeit einiger Zeit wohl nicht derſelbe gegen Euch war, der ich früherhin geweſen. Ich kann leider nicht läugnen, daß der Tag, an welchem Euer Bruder uns mit gewohnter Unverſchämtheit heimſuchte, eine Quelle des Argwohns und traurigen Verdachts für mich geworden. Ich ſchäme mich ſchier, die Reden des wüſten Menſchen zu wiederholen, die niemals einen Eindruck auf mich hätten machen ſollen. Aber der Menſch iſt ein ſchwaches Geſchöpf. Von dem Kleineren zum Größeren fortzuſchreiten, — ſelbſt den Funken zum Brande anzublaſen, iſt ihm ein gering Geſchäft. Der Böſe verblendete mich ganz, da mich der Meuchelmörder überfallen und gezeichnet hatte. Ich be⸗ klage den Wahn, der mich gehäſſig gegen Euch anreizte, daß ich Eure Hülfe von mir ſtieß, und mich wie ein Toller ge⸗ berdete, bis ich ohnmächtig mich Eurer Fürſorge überlaſſen mußte. Da gingen mir endlich nach und nach die Augen auf. Euer ſtill beſonnenes Thun, gleich weit entfernt von dem Trugeifer einer Heuchlerin, wie von der ſchadenfrohen


