gezücktes Schwert ſchauen, die ſüße Frühlingsluft kein dro⸗ hend Wort vernehmen!— Aber die Leidenſchaften ziehen eine Eiswand um des Menſchen Herz, die auch der Lenz nicht zu ſchmelzen vermag; das rohe jüngere Geſchlecht kum⸗ mert ſich nicht um den Wonnemond, weil ſeine kräftige Be⸗ gehrlichkeit nicht nach der Sonnenwende fragt, um Wonne zu genießen; und des reifen Alters Vorzug iſt's, nur das Leben zu verſtehen, ihm Sinn und Deutung zu geben, und zu wiſſen, daß unſer irdiſch Theil ein treues Conterfei des Wechſels in dem Weltall darſtellt.
Wenn er's auch nicht ausſprach, ſo fühlte doch Herr Diether, der Altbürger, daſſelbe, da er an einem wunder⸗ ſchönen Worgen in ſeinem Gärtlein luſtwandelte, das vor der Stadt gelegen war, und trotz ſeinem einfachen Planken⸗ gehäge und dem darin ſchlicht von Dielen auferbauten Luſt⸗ und Werkhäuslein höher von Diether geachtet wurde, als ſein ſtolzes Haus zu Frankfurt ſelbſt. Auf den Arm ſeiner Ehefrau geſtützt,— denn noch war die Wunde, an der er darniedergelegen, nicht völlig vernarbt, ſchritt er ſinnend, aber hellen Auges, auf und nieder, und erging ſich in der würzigen Luft und dem warmen Himmelshauche. Frau Margarethe ihrerſeits in Gedanken verſunken, aber dennoch ein Auge ſorglich auf den preſthaften Gatten geheftet, während das andere nach dem kleinen Hans hinüberſchweifte, der mit Elſen in einem Winkel des Gartens ſpielte, ſchwieg gleich ihrem Herrn. Da begehrte der Letztere zu ſitzen, und Mar⸗ garethe führte ihn zu der Bank an der Thüre des Häuschens. Als ſie nun beide darauf Platz genommen, fingen die Glocken der Stadt an, ihr Geläute ertönen zu laſſen. Diether ſchlug die Hände fromm zuſammen, ſah eine Weile ſtill vor ſich hin,
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