Teil eines Werkes 
1. Band, Der Jude : deutsches Sittengemälde aus der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts : 2. Theil (1838)
Entstehung
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wie Hermelinsverbrämung, und alle Blüthenbüſche fügt er in eine duftende Krone, womit er ſich und ſeine Liebe ziert.

Und die Braut, im Gewande zarter Hoffnung, umgürtet von den Silberbändern, deren Juwelenſchmuck erſt wieder lebendig wurde durch des Erſehnten feurigen Goldblick, winkt dem Nahenden mit jugendlich grünen Zweigen, und ſcheint ihn demüthig zu fragen: Kommſt Du noch einmal, mit mir den Bund zu ſchließen in neuer Verjüngung? Nicht umſonſt, Geliebter, trägſt Du die Farbe der Beſtändigkeit, denn viele tauſendmal begingen wir ſchon unſere Feier, und dennoch freiſt Du keine Andere als mich. Der Hochzeiter ſchüttelt hierauf lächelnd die wohlriechenden Locken, daß Blüthe auf Blüthe und Perle auf Perle dgraus in den Schvoß der Freundin ſinkt, als ein Geſchenk ſeiner Freigebig⸗ keit. Keine Andere als Du, ſpricht er, ſchmückt mir Lager und Teppich ſo bunt und reizend; keine wölbt mir Lauben luftig und ſchattig, wie Du; keine Andere theilt meine Luſt, das Leben zu beglücken, das aus Dir ſtammt, in Dir ver⸗ geht, und wieder von Neuem aufſproßt, ſich unſerer zu freuen. Glucklich ſey das Geſchlecht während meines Reiches Dauer, denn nach mir kommen ſtrengere Herrſcher, und die Sorge, und die Welkezeit und die Nacht!

Wer hat ſich nicht ſchon gefreut unter dem lindwehenden Panier des fröhlichen Lenzes? Wer, der ein fühlend Herz in der Bruſt trägt, hätte nicht ſchon unter dem ſonnigen Frühlingsſchein die Arme ausgebreitet mit unnennbarem Sehnen, entzückt von Dankbarkeit, erregt von milder Rüh⸗ rung? Predigt die ſchöne Jugendzeit des Jahres nicht Friede und Verſöhnung? Entwaffnet ſie nicht den Haß in edeln Gemüthern? O wahrlich, dieſe goldenen Tage ſollten kein